Made in EU
Ein Film von Stephan Komandarev
Kinostart: 19. Februar 2026
Mit: Gergana Pletnyova, Todor Kotsev, Gerasim Georgiev,
Anastasia Ingilizova, Ivaylo Hristov
BGR / D / CZE | 2024 | 108 Minuten
Sprache: Bulgarisch mit deutschen/englischen Untertiteln
Deutsche Synchronfassung
Der Spielfilm Made in EU von Regisseur Stephan Komandarev startet am 19. Februar 2026 bundesweit in den Kinos. In Berlin, Halle und Frankfurt finden Premierenveranstaltungen mit Regisseur Stephan Komandarev, Hauptdarstellerin Gergana Pletnyova sowie den Produzenten von 42film statt. Die genauen Termine der Premierenveranstaltungen finden Sie im unteren Abschnitt der Mitteilung.
Das eindringliche gesellschaftspolitische Drama erscheint anläßlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit (20. Februar 2026).
Made in EU erzählt die Geschichte der Fabrikarbeiterin Iva, die in ihrem Dorf zunehmend unter den sozialen und wirtschaftlichen Zwängen der Pandemie steht. Sie wird zur Außenseiterin – nicht, weil sie anders ist, sondern weil sie zur Projektionsfläche für Angst und Schuld wird. Ihre Geschichte zeigt die Risse in einem Europa, das sich gern solidarisch gibt, aber auf dem Rücken der Schwächsten produziert, und macht die harten Arbeitsbedingungen in der europäischen Textilindustrie sichtbar. Ivas Weg offenbart die tiefgreifende Krise eines Systems – die Gewalt des globalisierten Kapitalismus – all made in EU.
Der Film feierte in diesem Jahr seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig in der Sektion Spotlight, gefolgt von der Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg. Im November wurde er im Rahmen des Filmfestival Cottbus in der Sektion Cottbus Masters sowie bei den Osteuropäischen Filmtagen Dresden gezeigt.
Synopsis:
März 2020. Iva arbeitet in einer Textilfabrik im ländlichen Bulgarien, wo sie täglich „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht, während sie selbst kaum über die Runden kommt. Seit Wochen leidet sie an einer mysteriösen Krankheit, doch ihr Wunsch nach einer Krankschreibung bleibt ungehört. Als schließlich ein positiver Covid-Test bestätigt, daß Iva der erste offiziell registrierte Fall ihrer Kleinstadt ist, entfesselt sich eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen.
Obwohl Iva ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat, wird sie zur Zielscheibe kollektiver Panik. Ihr Arbeitgeber, Kolleginnen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn beginnen, sich von ihr abzuwenden. Je mehr Menschen an der Krankheit sterben, desto stärker wird sie öffentlich an den Pranger gestellt.
Made in EU ist ein intensives und aufwühlendes Sozialdrama. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Cannes-Regisseur Stephan Komandarev ein bewegendes Porträt einer Frau, die nicht nur am Virus, sondern am System zerbricht und offenbart die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Europas Textilindustrie.
Made in EU ist mehr als ein Pandemie-Drama: Es ist scharfe Konsumkritik und ein eindringlicher Appell an unser gesellschaftliches Miteinander.
Stephan Komandarev - Hintergrund zum Film:
„Der Drehbuchautor Simeon Ventsislavov und ich verfolgen seit Jahren die Entwicklungen in der bulgarischen Bekleidungsindustrie. Sie besteht größtenteils aus kleinen Fabriken in Orten mit hoher Arbeitslosigkeit, in denen die Näherinnen für einen Hungerlohn ausgebeutet werden. Die Standards liegen weit unter denen der Europäischen Union, ähneln eher denen des Globalen Südens, manchmal sogar schlechter.
Als die Corona-Pandemie ausbrach, wurden diese Nähfabriken zu den ersten Hotspots der Krankheit. Angesichts der vielen Menschen, die in den überfüllten Werkstätten zusammengepfercht waren, der entsetzlichen Arbeitsbedingungen, des Fehlens grundlegender Sicherheitsmaßnahmen und der Tatsache, daß der Profit Vorrang vor Menschenleben hatte, war das nur logisch. Oft verbergen die Arbeitenden jede Krankheit, um nicht fernzubleiben und ihren ohnehin schon geringen Lohn zu verlieren, von dem die Hälfte ein „Bonus“ ist, der an Anwesenheit gebunden ist.
Die Geschichte wurde von wahren Begebenheiten inspiriert, die sich im März 2020 in der Bekleidungsfabrik Miziya in Pleven ereigneten. Es war die erste Häufung von Coronavirus-Fällen in Bulgarien, und alles wurde einer Näherin zugeschrieben, die als „Patientin Null“ bezeichnet wurde. Im Film wird sie verkörpert durch die Hauptfigur Iva. Sie trägt keine Schuld an dem, was passiert ist, und doch wird sie als Sündenbock benutzt und zum „Feind“ der Stadt gemacht. Dieser psychologische Prozeß der Viktimisierung schafft einen tiefgründigen und vielschichtigen Film und einen Blick in die Persönlichkeit und Innenwelt alltäglicher Menschen, die immer auf der Verliererseite stehen und sich selbst überlassen sind, selbst unter so extremen Bedingungen wie der Coronavirus-Pandemie.“
Kinostart-Premieren:
In Anwesenheit von Stephan Komandarev, Schauspielerin Gergana Pletnyova und Produzenten von 42film
Berlin, 18.02., 20 Uhr im Delphi LUX
Halle, 19.02., 18 Uhr, Halle, Puschkino
Frankfurt, 22.02., 17 Uhr, Evangelische Akademie Frankfurt mit Gesprächsrunde (Gäste tba)
Made in EU | Ein Film von Stephan Komandarev
Regie: Stephan Komandarev | Buch: Simeon Ventsislavov und Stephan Komandarev | Kamera: Vesselin Hristov | Montage: Nina Altaparmakova | Sound Design: Martin Jilek | Produktion: Argo Film (BG), 42film GmbH (DE), Negativ (CZ) | Gefördert von: Bulgarian Film Center, Mitteldeutsche Medienförderung, Czech Film Center | Verleih: jip film & verleih
Cast: Gergana Pletnyova, Todor Kotsev, Gerasim Georgiev, Anastasia Ingilizova, Ivaylo Hristov
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