Federleicht

triosence - "where time stands still"

von Frank Becker
Neu formiert
Triosence mit Sara Gazarek
 
Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn man sich a. an die Besetzung und b. an den Sound einer brillant zusammenwirkenden Formation gewöhnt hat. triosence hat in der Besetzung Bernhard Schüler (Klavier), Matthias Nowak (Kontrabaß) und Stephan Emig (Schlagzeug) ein in drei Alben und vielen Konzerten bewährtes klassisches Trio-Konzept vorgelegt. Wir haben die drei dabei begleitet. Nun liegt mit „where time stands still“ Album Nr. 4 im CD-Spieler und präsentiert eine völlig runderneuerte Formation: Bernhard Schüler (Klavier) und Stephan Emig (Schlagzeug) sind geblieben, Ingo Senst ersetzt Matthias Nowak am Kontrabaß und mit der Amerikanerin Sara Gazarek ist eine charismatische Stimme hinzugekommen – ein Quartett. Als Gäste sind Frank Haunschild (Gitarre) und Vitaly Zolotov (Gitarre), Lara Chang (Violine) und die Background-Sängerin Lara Müller dabei. Also: umdenken.
 
Es fällt bei dem Dutzend von Bernhard Schüler für das Album komponierten und gemeinsam mit Sara Gazarek getexteten Songs und Balladen nicht schwer, den neuen Hör-Pfad zu beschreiten. Lyrisch, romantisch, heiter, swingend kommen die Stücke daher, „like the wind“, um mit dem Opener zu sprechen. Ingo Senst gibt einen beeindruckenden Einstand mit seinem Solo in „Maybe there´s a princess waiting“ und zeigt sich auch im übrigen mit der Formation verschmolzen. Es sind Lieder der Liebe, die (sich) Schüler und Gazarek geschrieben haben, sanft und zärtlich – und genau so werden sie vom Quartett und seinen Gästen sensibel gegeben. Sara Gazarek fängt den Hörer sanft ein, die Band zelebriert Jazz der elegantesten Art und die illustren Gäste tragen feinsinnig zum Gelingen bei. Frank Haunschild und Vitaly Zolotov kann man sich dabei durchaus nicht nur als gelegentlichen Gast von triosence vorstellen. Der farbenfrohe Sound, den die Formation vorstellt, erlaubt auch federleichte Übergänge zum Pop, wie Reggae-exemplarisch in „I can´t explain“ vorgeführt.
 
Ein reichhaltig mit Bildern und allen Texten ausgestattetes Booklet lädt zum Blättern ein, ist aber nur von Menschen mit geschärftem Sehvermögen zu lesen – wieso druckt man so winzige Buchstaben zu allem Überfluß auch noch auf diffusem Untergrund? Ärgerlich - ein glatter Punktabzug. Der gepflegte Jazz aber spricht für den hohen Rang der beteiligten Musiker, die hohe Qualität der Aufnahmen für das Studio. Eine äußerst angenehme Stunde entspannter Musik, die gläsern still mit Violine, Stimme und Klavier im Titelsong ausklingt.
„Diesen Jazz muß man niemandem erklären, er schreibt sich seine Empfehlung selbst.“ – sagt die Label-Werbung. Da kann man vorbehaltlos zustimmen.
 
Konzerte 2010 von triosence:
02.11.10 D-Würzburg   Café Wunschlos Glücklich
03.11.10 D-Kassel   Theaterstübchen
04.11.10 n.n.
05.11.10 D-Wissen/Sieg   KulturWerkWissen
07.11.10 D-Karlsruhe Tempel
12.11.10 A-St. Jakob Jakobisaal
13.11.10 A-Innsbruck Treibhaus
14.11.10 D-Überlingen 
15.11.10(Trio) D-Überlingen  Buchinger
17.11.10 D-Fulda  Kulturcafe Ideal
18.11.10 D-Braunschweig  
19.11.10 D-Bremen  Glocke
21.11.10 D-Köln  Stadtgarten
Beispielbild

triosence
where time stands still

Bernhard Schüler - Klavier
Ingo Senst - Kontrabaß
Stephan Emig - Schlagzeug
Sara Gazarek - Gesang
Gäste:
Frank Haunschild - Gitarre
Vitaly Zolotov - Gitarre
Andria Chang - Violine
Lara Müller - Gesang

Produziert von Bernhard Schüler

(P) + © 2010 Sony BMG
Titel:
1. Like The Wind  4:28
2. Morning Star  3:17
3. Maybe There´s A Princess...  4:47
4. I Can´t Explain  3:35
5. Truly  3:44
6. You´ll See You  6:27
7. In Silence  4:33
8. Let It In  4:22
9. You´re My Spring  5:02
10. Summer Song  4:44
11. You Alone  4:45
12. Where Time Stands Still  5:13

Gesamtzeit:  54:56

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