Sweet `n Lovely

Jane Monheit - "Taking a Chance on Love

von Frank Becker
Sweet `n´ Lovely
 
Eine Stimme kann tief unter die Haut gehen. Wenn alles stimmt. Bei Jane Monheit stimmt alles. Mit ihrer vierten CD „Taking a Chance on Love“ legte sie 2004 ein Album vor, das vom Opener bis zum Bonus Track durchweg überzeugt und ihr - süß und erotisch, gehaucht und gebissen - einen Platz in der ersten Riege der bedeutenden amerikanischen Jazzsängerinnen sichert. „Vorsicht: Träumen und Genießen gefährdet ihre trübe Laune!“ könnte als Warnhinweis auf der Verpackung stehen - aber wer würde das schon wollen? So legt man die CD ein und sieht sich, wie von den Vorgängern „Dream With Me“, „In The Sun“ und „Never Never Land“ bestätigt.
 
In Fats Wallers „Honeysuckle Rose“ und dem Titelsong „Taking A Chance On Love“ treffen wir auf eine sensible Scatterin mit dem gleichen aufregenden Kick, den Qualitäten einer jungen Ella Fitzgerald, doch noch einen süßen Tic schmelzender. Die spröde Eleganz Anita O´Days funkelt mit ein wenig mehr Erotik aus Sammy Kahns „I Should Care“ (unter Mitwirkung von Mike Manieris Vibraphon) - im Wettstreit mit „Too Late Now“ und „Love Me or Leave Me“ bei denen lasziv Patin Julie London mit aus den Lautsprechern zu hauchen scheint. Nun glaube aber niemand, Jane Monheit sänge „wie“ eine dieser ganz Großen - diese Namen fallen hier nur, um den Maßstab zu zeigen, an dem Jane Monheits Performance, Ausstrahlung und Ausdruck gemessen werden müssen. Das trifft auch für Gershwins „Embraceable You“ zu, erotischer weil subtiler gesungen, als April Stevens es seinerzeit mit „Teach Me Tiger“ vorgemacht hat.
 
13 Titel, allesamt Standards, die - ohnehin im Hör-Repertoire des Jazzfreundes - durch dieses Album endgültig zu Ohrwürmern werden. Jane Monheits Begleiter an den Solo-Instrumenten und die fast unanständig zärtlich-sensiblen Band- und Orchester-Musiker, voran die Streicher in den Orchestern unter Leitung von Vince Mendoza, Alan Broadbent, Ed Shearmur und Jorge Calandrelli sind sicher nicht ganz unschuldig daran. Klassisch auch das Duett mit Michael Bublé in „I Won´t Dance“ Die wunderschöne Scheibe zur angenehmen Stunde zwischen Tag und Traum (man darf und kann sie natürlich auch morgens, mittags und nachts hören) schließt so perfekt, wie sie beginnt: Harold Arlens „Over The Rainbow“ , das durch Judy Garland in Vincente Minellis Film „The Wizard Of Oz“ unsterblich und mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, ist in Jane Monheits Kehle mindestens ebenso gut aufgehoben - ein Genuß.
Beispielbild

Jane Monheit
Taking a Chance on Love
 
Jane Monheit - Gesang
Michel Bublé - Gesang
Geoffrey Keezer – Klavier
Christian McBride - Kontrabaß, Arr.
Lewis Nash – Schlagzeug
Michael Kanan - Klavier
Orlando Le Fleming - Kontrabaß
Rick Montalbano - Schlagzeug
Donald Harrison - Altsaxophon
Miles Ozaki - Rhythmus-Gitarre
Rob Mounsey - Klavier
Ron Carter - Kontrabaß
Joel Frahm - Sopransaxophon
Mike Manieri - Vibraphon
Romero Lubambo - Gitarre
 
© + (p) 2004 Sony Music Entertainment Inc.
CD 517887 2

Titel:
1. Honeysuckle Rose 3:38
2. In The Still Of The Night 5:06
3. Taking A Chance On Love 3:19
4. Bill 5:16
5. I Won´t Dance 3:35
6. Too Late Now 5:21
7. Why Can´t You Behave? 4:07
8. Do I Love You? 4:52
9. I Should Care 3:44
10. Love Me Or Leave Me 3:34
11. Embraceable You 3:47
12. Dancing In The Dark 5:03
13. Over The Rainbow 3:54
 
Gesamtzeit: 55:27
 
Weitere Informationen unter:
www.sonymusic.de
www.janemonheitmusic.com