Komponistenbegegnung

Stefan Heucke Oskar Gottlieb Blarr

Red.
Komponistenbegegnung

Stefan Heucke – Oskar Gottlieb Blarr
 

Am Freitag, dem 5. Februar 2010 findet das nächste Konzert der Bergischen Gesellschaft für Neue Musik (BeGNM) in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Tanz, Standort Wuppertal statt. Ort ist der Konzertsaal der Hochschule in der Sedanstr. 15, Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt €7/ 5
 
Unter dem Titel „Komponistenbegegnung Stefan Heucke – Oskar Gottlieb Blarr“
erklingen zwei zentrale Werke aus dem Schaffen der beiden Komponisten:
 
Stefan Heucke (*1959)
„Kammersinfonie op. 44 für Sprecher und sieben Instrumente“ auf den Text „Saisonbeginn“ von Elisabeth Langgässer
 
Oskar Gottlieb Blarr (*1934)
„Quatuor in honorem Olivier Messiaen“
 
Beide Komponisten feierten im Jahr 2009 „runde“ Geburtstage. Heucke wurde 50 Jahre alt, Blarr 75 Jahre. Die beiden Komponisten gehören zu den profiliertesten Vertretern ihrer jeweiligen Generation. Beide kümmerten sich nie um ästhetische Dogmen, sondern ordneten das musikalische Material immer ihrem ganz subjektiven Ausdrucksbedürfnis unter. So entstanden Werke, die das Publikum immer unmittelbar berühren und ansprechen, ohne daß sie sich indes bei ihm anbiedern. Gemeinsam ist beiden eine geistige Nähe zum Judentum, das sich in der Wahl der Themen immer wieder ausdrückt. Aber auch das Bemühen, die Unterdrückung und Vernichtung der Juden während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist immer wieder deutlich.
Bei diesem Konzert sind beide Komponisten anwesend und werden mit Prof. Dr. Lutz-Werner Hesse über ihre Werke sprechen.
Ausführende sind die Mitglieder des Ensembles der Bergischen Gesellschaft für Neue Musik (BeGNM).
 
Informationen unter www.begnm.de
 
 
Biographien der Komponisten:
 
Stefan Heucke studierte zunächst Klavier und Komposition.
Erste öffentliche Aufmerksamkeit erregte Heucke im Jahr 1985, als er beim "Forum junger deutscher Komponisten für Orchestermusik" der GEMA mit der Uraufführung seiner „Vier Orchesterstücke“ op. 5 durch das Saarländische Staatsorchester Saarbrücken unter Matthias Kuntzsch ausgezeichnet wurde. 1990 erhielt Heucke für sein Gesamtwerk den "Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler", und in den Jahren 1996-98 ein Stipendium der Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung Witten, Nordrhein-Westfalen, das ihm die Komposition des Tanzoratoriums „Die Ordnung der Erde“ op. 30 ermöglichte. Im Jahr 2007 erhielt Heucke den Hans-Werner-Henze-Preis des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.
 
Seit 1985 erfolgten Live-Mitschnitte und Produktionen bei verschiedenen Rundfunkanstalten (SR, WDR, SDR). Stefan Heucke hatte von 1989 bis 2002 einen Lehrauftrag für Musiktheorie an der Staatlichen Hochschule für Musik Detmold, Abteilung Dortmund, inne. Er arbeitet mit namhaften Orchester und Dirigenten zusammen und erhält Kompositionsaufträge von international renommierten Solisten. Seine Werke werden regelmäßig im In- und Ausland  aufgeführt, einige wurden auch auf CD eingespielt.
Heucke lebt als freischaffender Komponist in Bochum. Im November 2007 wurde Heucke mit dem alle sechs Jahre vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe vergebenen Hans-Werner-Henze-Preis ausgezeichnet.
Heuckes Werke erscheinen im Musikverlag Schott Music International.
 
Oskar Gottlieb Blarr studierte Komposition bei Bernd Alois Zimmermann und anderen. Von 1961 bis 1999 war er Kirchenmusiker der Neanderkirche in Düsseldorf. Er wirkte ferner als Musikdozent am katechetischen Seminar in Düsseldorf und als Honorarprofessor für Instrumentation an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.
Als Komponist schuf Oskar Gottlieb Blarr Oratorien, Orchesterwerke, Kammer- und Orgelmusik. Er komponierte auch zahlreiche Neue Geistliche Lieder. Viele seiner Lieder veröffentlichte er unter dem Pseudonym Choral Brother Ogo. CD-Einspielungen seiner Orgelwerke entstanden mit Wolfgang Abendroth und Martin Schmeding.
 
Redaktion: Frank Becker