Cologne Jazzweek 2026

Große Formate, urbane Kontexte, europäische Gegenwartsmusik und internationale Trendsetter

von Judith Kobus


Cologne Jazzweek 2026 – Große Formate, urbane Kontexte,
europäische Gegenwartsmusik und internationale Trendsetter
 
Vom 5. bis 11. September 2026 findet die sechste Ausgabe der Cologne Jazzweek statt und rückt erneut in den Mittelpunkt des europäischen Festivalsommers. Als urbanes Modell mit überregionaler Strahlkraft verbindet das Festival die lokale Szene mit der europäischen Gegenwart und internationalen Trends. Es reagiert auf eine vielschichtige Gegenwart, die von gesellschaftlichem Wandel sowie neuen globalen Verbindungen geprägt ist, und übersetzt diese Entwicklungen in ein offenes musikalisches Programm.
 
Die Featured Artists 2026
 
Im Fokus des Programms stehen in diesem Jahr zwei junge, bereits international anerkannte Musikerinnen: Der US-amerikanische Multiinstrumentalist Sam Gendel wird die Festivalwoche in verschiedenen Konstellationen prägen – vom Solokonzert über sein Duo mit Sam Amidon bis hin zum Trio mit Ethan Braun und Ugnė Uma.
Ebenfalls als Featured Artist ist Pianistin Olga Reznichenko eingeladen. Die jüngst mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnete Musikerin stellt mit dem Ensemble CRUTCHES, der Zusammenarbeit mit dem Parzhuber Trio und Solo-Programmen die enorme Spannweite ihrer Arbeit dar.
 

Olga Reznichenko - Foto: Brigita Kasperaite

Künstlerische Schwerpunkte und Besetzungen
 
Ein weiterer Akzent liegt auf den lebendigen Szenen von Amsterdam und Los Angeles: Der Gitarrist Teis Semey und die Formation Perselí um die Bassistin und Sängerin Fuensanta bringen aktuelle Impulse aus den Niederlanden nach Köln.
Zudem rücken ungewöhnliche Instrumentierungen in den Blickpunkt, die dem Genre neue Klangfarben eröffnen. So präsentiert der in London lebende Anatole Muster das Akkordeon im Trio im Rahmen der Clubnacht in Ehrenfeld, während die Harfe durch die Beiträge von Kathrin Pechlof sowie innerhalb der Kompositionen von Damian Dalla Torre eine erweiterte Perspektive auf die Möglichkeiten dieses Instruments erfährt.
Die Cologne Jazzweek setzt auch weiterhin ihre Ausrichtung fort und fördert neue Programme und Begegnungen: Am 9. September präsentiert Luise Volkmann mit Folk Stories ein neues genreübergreifendes Ensemble mit Auftragskomposition. Außerdem werden sechs Konzerte vom neuen Kollektiv KROM um die Musiker Fabian Dudek, Victor Fox, Felix Hauptmann, Kirke Karja, Julia Sanjurjo, Roger Kintopf und Tizia Zimmermann gestaltet. Das Kollektiv bringt Musiker aus ganz Europa zusammen.
 
Die Stadt als Bühne: Der Festivalverlauf
 
Unter dem Leitmotiv „Stadt als Bühne“ erschließt das Festival neben etablierten Institutionen auch neue urbane Räume. Die Klosterkirche Heilig Kreuz, das SCHOKE Klavierhaus sowie Spielstätten im Bereich der Aachener Straße und Lindenstraße erweitern den akustischen Radius der Stadt.
Die Festivalwoche beginnt am Samstag, dem 5. September, mit einem Open-Air-Programm am Stadtgarten und einer Eröffnungsnacht im Club Ursprung fi, gefolgt von einer kulturpolitischen Konferenz am Sonntag. Am Montag gastiert Avishai Cohen mit seinem Projekt Big Vicious in der Kölner Philharmonie, bevor am Dienstag große Ensembles wie das Bundesjazzorchester oder das New Rotterdam Jazz Orchestra im Mittelpunkt stehen.
Am Mittwoch, dem 9. September, wird das Publikum zu verschiedenen Spielorten rund um das Belgische Viertel eingeladen, während die „Ehrenfeldnacht“ am Donnerstag das Festival in Clubs wie dem Artheater, YUCA, Bumann & Sohn und zur LOFT Night führt. Den Abschluß bildet der Freitag im Deutschlandfunk Sendesaal, wo in Kooperation mit NICA Artist Development neue Produktionen und Uraufführungen präsentiert werden.


DaughterDaugther - Collage with cred:  Dovile Sermokas, Peter Gannuskin, Lieve Boussauw, Juliane Schütz

 
Internationales Kuratorium und Partnerschaften
 
Die inhaltliche Gestaltung wird durch ein international besetztes Kuratorium verantwortet. Yousef Hilmy (USA/Ägypten), Line Juul (Norwegen), Alfred Vogel (Österreich), Hermes Villena (Bolivien/Brasilien/Deutschland) und Janning Trumann (Deutschland) vereinen unterschiedliche ästhetische Ansätze zu einem vielschichtigen Programm, das ganz Köln zur Bühne werden läßt.
Ergänzt wird diese Arbeit durch Partnerschaften mit JEWLIF (Jüdisches Leben in Europa) sowie mit NICA Artist Development.
 
Köln als Musikstadt der Gegenwart
 
Die Cologne Jazzweek positioniert Köln erneut als lebendigen Treffpunkt für Innovation und internationale Kulturbegegnung. Sie macht urbane Vielfalt sowie europäische Vernetzung erfahrbar und zeigt eindrucksvoll, wie Musik gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen, Brücken schlagen und eine Stadt in Bewegung versetzen kann.
 
Line Up
Avishai Cohen, keiyaA, Sam Gendel, Olga Reznichenko, Sam Amidon, Kalia Vandever, Peter Evans, Anushka Chkheidze, Evan Parker, GEORGE, Kathrin Pechlof Trio, Anatole Muster, Henriette Eilertsen, New Rotterdam Jazz Orchestra & Lucy Woodward, Teis Semey, Peter Bernstein Quartet, Julia Sanjurjo, Fuensanta, DaughterDaughter, Bundesjazzorchester, Farhot, Daniel Erdmann, Zola Mennenöh, Luise Volkmann, Bonecrusher, Felix Hauptmann and many more.
 
Judith Kobus