Portraits – eine Fotoausstellung

Thomas Nentwich zeigt ausgewählte Werke

von Frank Becker

Foto © Thomas Nentwich

Thomas Nentwich
 
Portraits – eine Fotoausstellung
 
Noch zu drei Terminen haben Fotointeressierte die Möglichkeit, in der Wuppertaler „Galerie im Turm“ Tomas Nentwichs hervorragende Portraitfotografien zu betrachten. Die beeindruckenden Bilder zeugen vom Einfühlungsvermögen und der technischen Versiertheit des Fotografen, der sich seit 2004 intensiv diesem -seinem- Thema intensiv widmet. Im Grunde ein Mann des Wortes, Nentwich ist im Hauptberuf technischer Redakteur für Betriebsanleitungen für Maschinen und Anlagen der Süßwarenindustrie, hat er zunächst als Ausgleich, mittlerweile semiprofessionell das Abbild des Menschen für sich entdeckt. Mit großem Erfolg, wie man beim Betrachten seiner Portraits – einige haben Musenblätter-Leser bereits → hier in unserem Magazin sehen und bewundern können.
 

Foto © Thomas Nentwich

Eine Portraitfotografie ist eine Aufgabe, bei der viel zu beachten ist: es geht schließlich darum einen Menschen „gerecht“ abzubilden, will sagen, daß sie/er sich auf dem Bild erkennen und letztlich akzeptieren muß, wie der Fotokünstler ihn bei intensiver Betrachtung von Ausdruck, Wesen, Gestalt und besonders beim Blick in die Augen gesehen hat. Thomas Nentwich hat das Talent dazu, nicht ohne Grund stehen einem bei dem Augenkontakt mit den portraitierten Personen echte Charaktere gegenüber.
Hat er zu Anfang noch über Zeitungsannoncen nach Modellen gesucht, ist sein Name auf dem Feld der künstlerischen Portraitfotografie mittlerweile so wohlklingend, daß er angesprochen wird und etliche potentielle Modelle immer wieder von sich aus an ihn herantreten.
 

Foto © Thomas Nentwich

 „Was heißt es eigentlich, ein wirklich authentisches Portrait zu schaffen? Ich nähere mich dieser Frage mit dem Wissen, daß wahre Authentizität immer nur in Ausschnitten existiert. Absolute Echtheit – dieses Ideal, das weder im Foto noch im realen Moment vollständig erreichbar ist – bleibt bewußt außen vor.
Genau dieses Spannungsfeld macht meine Arbeit an Portraits interessant. Die fotografierten Personen finden sich in Situationen wieder, die ihnen gleichzeitig Halt und Freiheit geben. In diesen bewußt gestalteten Settings können sie sich selbst inszenieren – ein stilles Zusammenspiel aus fotografischer Idee und persönlichem Ausdruck.“ (Thomas Nentwich über seine Arbeit.)
Er arbeitet in Farbe oder schwarz/weiß mit gleichem Erfolg, benutzt gerne eine Nikon Vollformat mit besonderen Objektiven, z.B. 50 mm, Blende1 – und bleibt neugierig.
 

Foto © Thomas Nentwich

Seine Arbeiten entstehen im eigenen Studio* wie auch an ausgesuchten (oder auch zufälligen) Orten, z.B. bei Spaziergängen mit den Modellen in Stadt und Natur. Im Studio ermöglichen die reduzierte, kontrollierte Umgebung, die Ausleuchtung, die Hintergrundgestaltung und die zur Verfügung stehende Zeit eine klare Konzentration auf die Person. Draußen  hingegen tritt der Ort selbst in den Dialog: Er wird, das Wetter und die Tageszeit eingeschlossen, Teil der fotografischen Inszenierung, ergänzt, spiegelt oder bricht die Präsenz der Portraitierten.
Nentwich: „So entstehen Bilder, die nicht nach einer ultimativen Wahrheit suchen, sondern nach einem ehrlichen Moment im Rahmen des Möglichen. Sie zeigen Menschen im Wechselspiel von Innenwelt, Inszenierung und Umgebung – authentisch gerade deshalb, weil sie aus den vorausgegangenen Gesprächen wissen, daß völlige Authentizität ein unerreichbares Ideal bleibt.“
 

Foto © Thomas Nentwich

Einige der jetzt ausgestellten Bilder können wir Ihnen mit diesem Artikel zeigen.
Die sehenswerte Ausstellung ist noch am 22.4., 29.4. und 6.5., jeweils 19 – 21 Uhr zu sehen.
Am 22.4.: Autorenlesung: Wolfgang Steinweg liest aus seinem Buch „Flötenzirkus und andere unerhörte Darbietungen“
 

Galerie im Turm
Unterer Grifflenberg 65
42119 Wuppertal

* Thomas Nentwich, Farbmühle 24, 42285 Wuppertal, Mobil-Tel. 0151 25 23 57 51