Theatermuseum Düsseldorf zeigt
„Bühnenkunst in den 1920er Jahren“
„Bühnenkunst in den 1920er Jahren“ ist der Titel einer Ausstellung, die am vergangen Freitag im Theatermuseum in Düsseldorf eröffnet wurde. Die bis zum 6. September zu sehende Schau befaßt sich mit dem Einfluß der modernen Kultur der Weimarer Republik auf das damalige Bühnen- und Kostümbild an den Theatern. Mit rund 150 Objekten, größtenteils aus der eigenen Sammlung, wird dem Aufbruch der Bühnenkunst nachgespürt. Die Schau entstand als Kooperation des Theatermuseums, der Kunstakademie Düsseldorf und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Die 1920er Jahre waren nicht nur für die Düsseldorfer Stadtgesellschaft eine Zeit des Aufbruchs und der Unterhaltung, auch in der Düsseldorfer Theaterszene hinterließen die „Goldenen Zwanziger“ ihre Spuren. 1924 wurde das Schauspielhaus Düsseldorf wiedereröffnet, an den Städtischen Bühnen hielt dank der Intendanz von Walter Bruno Itz die moderne Kultur Einzug, an der Kunstakademie wurde 1925 eine Klasse für Bühnenkunst eingerichtet, was 1926 zur Berufung von Walter von Wecus auf die neu eingerichtete Bühnenkunst-Professur an der Kunstakademie Düsseldorf führte. Während Dekorationen um 1900 herum eher als ein Handwerk galten, war die Gestaltung von Bühne und Kostümen zwei Jahrzehnte später eine künstlerische Aufgabe, in der man an einer Kunstakademie ausgebildet werden konnte.
Die Sonderausstellung nimmt diese Verbindung von kulturellem Aufbruch und einem neuen Verständnis von der Bühne als Kunst in den Blick. Im Rahmen der Schau wird die Etablierung vom Bühnen- und Kostümbild als Bühnenkunst anhand von drei historischen Theaterausstellungen - 1910 in Berlin, 1921 in Amsterdam und 1927 in Magdeburg - dargestellt. In Berlin 1910 bildeten gebaute Bühnenräume und künstlerisch erschaffene Kostüme noch Ausnahmen. 1921 wurden dann in Amsterdam bühnenkünstlerische Positionen im internationalen Vergleich öffentlich gezeigt. Die Deutsche Theaterausstellung in Magdeburg 1927 stellte die vorherigen Ausstellungen aufgrund ihrer Größe in den Schatten.
Die neue Düsseldorfer Bühnenkunst-Klasse präsentierte sich dort und verwies zugleich auf das Rheinland als bedeutsame Region für
Objekt des Sommers → → →
Im Anschluß an die Ausstellung Bühnenkunst in den 1920er Jahren wird diese, extra für uns angefertigte Rekonstruktion des wundervollen Lady Macbeth-Kostüms zu William Shakespeares Macbeth Teil der Sammlung des TMD werden. Entworfen wurde das Kostüm von Gertrud Klihm um 1907 für die großartige Schauspielerin Louise Dumont. Aber wie rekonstruiert man solch ein Kostüm? In unserer Sammlung befinden sich viele historische Rollenporträts, die uns visuelle Eindrücke historischer Kostüme verschaffen. Bereits auf den alten Fotos sind die Kostüme ungemein faszinierend, allerdings existieren sie nur noch selten als physische Objekte. Dankbarerweise hat sich das Atelier Pink Passion mit Unterstützung vom Atelier STUDIO ANT auf das Abenteuer eine Rekonstruktion des Kostüms für Louise Dumonts Lady Macbeth eingelassen – obwohl lediglich zwei Rollenporträts zur Verfügung standen!
Parallel zu Bühnenkunst in den 1920er Jahren findet in der Akademie-Galerie der Kunstakademie die von der Klasse Newton kuratierte Ausstellung „100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf“ statt. Laufzeit: 17. April bis 14. Juni 2026.
Die Ausstellung ist dienstags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr sowie freitags bis samstags von 11 b is 19 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Theatermuseum
Jägerhofstr. 1 - 40479 Düsseldorf - Tel.: 0211 - 899-6130
Internet: www.theater-museum.de
|



