Steckbrief.
Der nachstehend bezeichnete Betrüger hat unter den Vorgeben, derm Sohne des Kossaten Reetz zu Bergwitz einen annehmbaren Dienst zu verschaffen, denselben vorgestern bis vor das Dorf Prateu zu locken gesucht und ihm
1 Thlr. 5sgr. – ein Paar kurze wildhäutene Beinkleider – ein neues flächsenes Hemde – ein
gelb und roth carirtes Casemirtuch – ein gestreiftes baumwollenes Tuch – ein blau und weiß
gedrucktes leinenes Tuch – eine Tabackspfeife mit weiß porcellainem Kopfe,
schwarzbraun lackirtem blechernen Stiefel, elasischer Spitze und grünseidner Schnure mit
Quasten – und einige Victualien
Mit vorzüglicher List entwendet.
Höchstwahrscheinlich ist es derselbe, den wir wegen eines ganz ähnlichen Betrugs unterm 4. November d.J. (Naumburger Intelligenzblatt S. 1039) verfolgt haben, und da seit eriniger Zeit mehrere ähnliche Betrügereien und bekannt worden sind, so liegt an der Entdeckung jenes Betrügers sehr viel, und wir ersuchen daher alle Behörden dringend, zu dessen Entdeckung mitzuwirken und jede dahin führende Spur zu unserer Kenntniß zu bringen.
Wittenberg, den 26. December 1824.
Königl. Inquisitoriats=Deputation Redlich
Signalement. Der Betrüger nannte sich Carl Müller, war 30 bis 40 Jahre alt, 5 Fuß 3 bis 4 Zoll lang, hatte schwarzes, auf dem Hinterkopfe krauses Haar, etwas breite Nase, aufgeworfenen Mund, schwarzbraunen Backenbart, rothbraunes volles Gesicht, war robust und breitschultrig, und trug eine blaue Schirmmütze, rothbuntes Halstuch, grautuchnen Matin mit großem Kragen und schwarzmanchesternem Stehkragen, darunter eine blautuchne Kutka, blaue Tuchpantalons und zweinäthige Stiefeln.
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