16. Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis

Den ersten Platz sicherte sich das Münchner Trio „Renner“

von Judith Kobus

Die Gewinnerband Renner - Foto © Frank Rasimowitz 

16. Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis
 
Der Stadtsaal von Burghausen bildete am Dienstagabend den perfekten Rahmen für musikalische Entdeckungen beim 16. Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis. Die fünfköpfige Jury um Ralf Dombrowski, Reinhard Köchl, Roland Spiegel, Johanna Summer und der Vorjahressiegerin Filippo Deorsola stand vor der Wahl zwischen fünf hochkarätigen Finalisten, die allesamt zu überzeugen wußten.
 
Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Platz sicherte sich schließlich das Münchner Trio „Renner“. Die Jury begründete ihre Wahl wie folgt:
„Renner sind ein besonderes Trio: Posaune, Kontrabaß, Schlagzeug – eine karge Besetzung, die aber umso mehr zu sagen hat. Denn die Brüder Moritz und Valentin Renner und die Bassistin Tabea Kind sprühen vor Melodien und Impulsen, kommunizieren mit fröhlicher Perfektion, ein Team großartiger Talente, das bereits auf dem Niveau der Meister spielt. Tradition und Gegenwart laufen ineinander, Renner sind Sieger des Wettbewerbs und eine echte Perspektive für den jungen Jazz, von der Startrampe Burghausen aus.“
Die Formation eröffnete gestern Abend als Vorgruppe von Mike Stern die 55. Internationale Jazzwoche Burghausen offiziell in der Wackerhalle.
 
Neben dem Hauptpreis ging der zweite Platz (3.000 Euro) an das Phemo Quartet aus Großbritannien, während die deutsch-belgische Formation BÖE mit dem dritten Platz (2.000 Euro) ausgezeichnet wurde. Die Bands Percusiano (DE) und Know Material (PL) erhalten jeweils 500 €.
 
Der Juror Filippo Deorsola fand zum Wesen des Wettbewerbs reflektierende Worte:
„Wettbewerbe sind eine zwiespältige Angelegenheit. Sie basieren auf der Annahme, daß unterschiedliche Musik vergleichbar sei – doch Vergleiche setzen voraus, daß es einen Standard gibt, an dem gemessen werden kann. Dabei ist Musik niemals standardisiert. Dennoch können wir Wettbewerbe – und damit auch den Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis – anders betrachten: als einen Ort, an dem wir erleben, was das Musizieren für Menschen bedeutet, sowohl für die Kunstschaffenden als auch für das Publikum. In Burghausen geht es daher weniger um den Wettkampf als vielmehr um das Miteinander. Ich möchte den Menschen das Bild von Musik als einem grundlegend kollektiven und gemeinschaftlichen Handeln mitgeben. Klang ist kinetisch: Er lehrt uns ein besseres Miteinander.“
 
Wir gratulieren allen Gewinnerinnen und Gewinnern sehr herzlich und bedanken uns bei allen Beteiligten für diesen inspirierenden Festivalauftakt!