„Theatermacher, stoppt endlich das Gendern!“

Ein deutliches Wort zur Genderdebatte

von Michael S. Zerban

Michael Zerban - Foto © Michaela Büttgen
„Theatermacher, stoppt 
endlich das Gendern!“

Ein deutliches Wort zur Genderdebatte
 
Von Michael S. Zerban
 
Obwohl der Rat für deutsche Sprache einmal mehr deutlich gemacht hat, daß Gender-Sonderzeichen keinen Eingang in das amtliche Regelwerk für deutsche Sprache Eingang finden, weil unter anderem „Gästinnen“ keinen Sinn ergibt, glauben „Theatermacher“, daß sie uns eine Sprache oktroyieren müssen, die 87 Prozent der Deutschen ablehnen. Nein, sie sind nicht im Kampf für eine bessere Welt unterwegs – das ist auch gar nicht ihre Aufgabe. Sondern sie versuchen, eine staatliche Ideologie im Volk unterzubringen. Damit haben sie ihren Anspruch auf die Finanzierung des Steuerzahlers, der mit überwältigender Mehrheit eindeutig gegen eine diesbezügliche Änderung der deutschen Sprache ist, verwirkt.
 
Die Behauptung bestimmter Gruppen, ein Sternchen, Unterstrich, Majuskel oder sonstige unzulässige Spracherweiterungen könnten auf dem Weg zu einer Geschlechtergerechtigkeit hilfreich sein, ist eine Lüge. Die deutsche Sprache ist eine sehr fein austarierte Sprache, was Geschlechtergerechtigkeit angeht. Wer sich ernsthaft mit ihr beschäftigt, anstatt sie ideologisch vergewaltigen zu wollen, wird das sehr schnell verstehen. Und kann stolz darauf sein, sie zu beherrschen, anstatt sie zerstören zu wollen. Wir haben als Kulturmagazin keine Forderungen zu stellen, sondern zu berichten. Aber wir haben das Recht, uns gegen Unrecht zur Wehr zu setzen. Der Einsatz von Gender-Sonderzeichen ist durch nichts gerechtfertigt, sondern sorgt für – gewollte – Desinformation.
 
Statt Information werden durch Gender-Sonderzeichen Inhalte verfremdet. Interessiert Sie mein Geschlecht? Seien Sie mir nicht böse, aber ich interessiere mich für Ihres leider gerade gar nicht, sondern ich wollte wissen, um was es in dem Stück ging. Die eigentliche Information geht unter. Ökonomie ist eines der wesentlichen Merkmale einer gut funktionierenden Sprache, um Desinformation zu vermeiden. Wir werden diese Form der Desinformation nicht akzeptieren. Das fängt damit an, daß wir nicht auf die Spiegelfechterei irgendwelcher Opfergruppen eingehen. Pressemitteilungen, die sich als ideologische Kampfschreiben entpuppen, werden ignoriert. Das geht ganz einfach. Ein kurzer Blick. Zwei Sternchen. Und die Pressemitteilung ist gelöscht.
 
Nein, keine Angst, das führt nicht zu einer verminderten Berichterstattung, sondern konzentriert uns auf die, die Kunst statt Ideologie bieten. Wunderbar. Wir werden fortan nicht mehr auf Webseiten verlinken, die glauben, für sie würden andere Gesetze gelten als für die Allgemeinheit. Und: Wir werden nicht in den allgemein klagenden Kanon über Budgetkürzungen einstimmen, der in Kürze einsetzen wird, weil wir befürworten, daß Häuser, die glauben, uns statt mit Kunst mit Ideologie zu beeindrucken, kein Anrecht auf nur einen einzigen Euro haben. Und wir werden weiter gemäß den amtlichen Regeln für die deutsche Sprache berichten, so, wie 87 Prozent der Deutschen das befürworten. Der Einsatz von Gender-Sonderzeichen ist weder Avantgarde noch progressiv, wie in einzelnen Publikationen zu lesen ist.
 
Er entspricht den Versuchen der Nationalsozialisten, eine eigene Sprache zu erfinden, die uns bis heute Sorgen bereitet. Arbeit macht frei ist bis heute in unseren Köpfen, und deshalb weigern wir uns, einen Gästin in unser Haus zu lassen. Wer also weiter eine ideologiefreie Berichterstattung wünscht, wird uns in unserem Ansinnen unterstützen. Schon einmal haben sich Medien nur allzu bereitwillig einer Ideologie gebeugt. Das wird hier nicht passieren. Weil guter Journalismus bei O-Ton Ehrensache ist.
 
Herzlichst

Ihr
Michael S. Zerban
Herausgeber des Magazins O-Ton