„Manya Gutman: Blickwechsel“

Zentrum für verfolgte Künste zeigt 100 Porträts jüdischer Künstlerinnen

von Andreas Rehnolt
Zentrum für verfolgte Künste zeigt 100 Porträts
jüdischer Künstlerinnen im Zeitalter der Extreme

Unter dem Titel „Manya Gutman: Blickwechsel“ zeigt das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen seit gestern eine Ausstellung mit über 100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zeitalter der Extreme. Die bis zum 26. April zu sehende Schau präsentiert von der Münchner Malerin Manya Gutman gezeichnete Porträts, die durch biografische Texte ergänzt werden. Die Exponate erzählen von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn.

Die Ausstellung informiert unter anderem über Dora Bromberger, die ab 1928 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfreunde in Bremen war und 1942 in der NS-Vernichtungsstätte Maly Trostinez ermordet wurde. Neben vielen anderen jüdischen Künstlerinnen informiert die Schau auch über Malva Schalek, die im Konzentrationslager Theresienstadt den Lageralltag in über 100 Zeichnungen und Aquarellen festhielt. Auch über die Hamburger Künstlerin Anita Rée, die sich nach einer Hetzkampagne im Dezember 1933 das Leben nahm, informiert die Ausstellung.

Das Projekt der Künstlerin Manya Gutman umfaßt insgesamt rund 100 gezeichnete Porträts, die in den Jahren zwischen 1919 bis 2023 entstanden sind. Kurzbiografien und Arbeiten der jüdischen Künstlerinnen werden den Porträts zur Seite gestellt. Zu den bekannteren jüdischen Künstlerinnen zählen unter anderem auch Sonja Delaunay, Meret Oppenheim oder Giséle Freund. Die Kurzbiografien wurden unter anderem von Ellen Presser, der Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern erstellt.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10-17 Uhr geöffnet.
Zentrum für verfolgte Künste - Wuppertaler Str. 160 - 42653 Solingen - Tel.: 0212 - 2581418

Weitere Informationen: www.verfolgte-kuenste.com