GAVAGAI

Ein Film von Ulrich Köhler - Ab 30. April im Kino

Red.
Ab 30. April im Kino
 
GAVAGAI
 
Ein Film von Ulrich Köhler
D, FR | 91 Minuten
Sprachen: Französisch, Englisch, Deutsch, Wolof mit dt. UT
 
Mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, 
Anna Diakhere Thiandoum
 
Produktion: 
Sutor Kolonko
Ko-Produktion:
Good Fortune Films
In Ko-Produktion mit BR, WDR, RBB, ARTE France Cinéma
 

Synopsis 
Bei den turbulenten Dreharbeiten zu einer Medea-Verfilmung im Senegal flüchtet sich Maja (Maren Eggert) in eine Affäre mit ihrem Co-Star Nourou (Jean-Christophe Folly). Monate später treffen sie sich bei der Premiere des Films in Berlin. Alte Gefühle flammen auf, aber ein rassistischer Vorfall belastet ihr Wiedersehen. Die Spannungen werden nicht kleiner, als jeder versucht, das Richtige zu tun. Während sich die antike Tragödie auf der Leinwand zuspitzt, entfaltet sich ein zeitgenössisches Drama.

Ulrich Köhler über seine Beweggründe für GAVAGAI
„GAVAGAI bewegt sich im Spannungsfeld von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe und Privilegien. Im liberalen Milieu wähnen wir uns frei von Vorurteilen und übersehen gerne, wie unser Verhalten unseren Idealen zuwiderlaufen kann.
Mich reizt auch das Spiel mit den Ebenen: Während die Figur Jason auf einer Filmebene Täter ist, wird sein Darsteller Nourou auf der anderen Ebene ausgegrenzt und diskriminiert. Bei Maja ist es umgekehrt. Als Medea wird sie gedemütigt und verbannt, während sie in Berlin als „White Savior“ ihre Machtposition ausspielt. Solche Überlagerungen und Brüche zwischen gesellschaftlicher Realität und Fiktion sind für den Film zentral.
GAVAGAI spielt wie „Medea“ in einem privilegierten Milieu und erzählt von Menschen, die ihren Status verlieren. Im Senegal genießt Nourou ökonomisch wie sozial eine hohe Stellung. In Berlin ist seine Situation fragiler. Die Machtachsen verschieben sich () Es ist also ein Film über bewusste und unbewusste Vorurteile, über Identität und Rassismus und vor allem darüber welche Rolle Machtverhältnisse im Alltag spielen. Identitäts- und Klassendiskurse hängen für mich zusammen. Der Film ist insofern dialektisch – Identitätspolitik trifft auf Klassenfrage, Scheitern auf Bemühen, Komödie auf Drama () Mit dem Film-im-Film konnte ich künstlerische Risiken eingehen, die ich mir selbst nie erlauben würde. Ich persönlich finde es tausendmal spannender mit einem künstlerischen Experiment zu scheitern, als ein Well-made Play oder algorithmus-gesteuerte Serien zu machen () Dakar ist für mich die Stadt von Djibril Diop Mambétys „Touki Bouki“ (1973), einer sehr persönlichen, verspielten Migrationsgeschichte. Mambétys gedankliche Freiheit, sein anarchischer Humor, seine Lust am Leben und Scheitern, hat mich tief beeindruckt. Im Szenenbild unseres Films finden sich kleine Hommagen.“
 
GAVAGAI | Kinostart: 30. April 2026
 
Regie & Buch: Ulrich Köhler | Kamera: Patrick Orth | Editorin: Lorna Hoefler Steffen | Kostüm: Birgitt Kilian | Art Directors: Reinhild Blaschke, Oumar Sall | Sound: Julien Sicart, Andreas Hildebrandt, Simon Apostolou | Produktion: Sutor Kolonko | Koproduktion: Good Fortune Films 
Mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum
In Ko-Produktion mit BR, WDR, RBB, ARTE France Cinéma | In Zusammenarbeit mit Assy Production, New Story, Luxbox | Mit Unterstützung von Film- und Medienstiftung NRW, Medienboard Berlin-Brandenburg, BKM, DFFF, Eurimages, FFA, CNC, Aide aux cinémas du monde, Institut Français 
 
Produziert wurde GAVAGAI von der Kölner Produktionsfirma Sutor Kolonko (Produzent Ingmar Trost) in Koproduktion mit Good Fortune Films (Produzent Clément Duboin) aus Frankreich. Der Film entstand in Koproduktion mit dem BR, WDR und RBB sowie ARTE (Grand Accord). Auf deutscher Seite unterstützen die Film- und Medienstiftung NRW, das Medienboard Berlin-Brandenburg, die BKM, die FFA und der DFFF das Projekt.