Amazônia
Indigene Welten / Indigenous Worlds
13. März – 9. August 2026 / 13 March – 9 August 2026
Amazônia. Indigene Welten gibt den indigenen Völkern des Amazonasgebiets eine Stimme und bietet einen neuen Blick auf diese Region, die oft auf das Klischee einer exotischen, von der heutigen Welt abgekoppelten Gesellschaft reduziert wird. Dabei ist Amazonien ein lebendiges Ganzes aus dichten Netzwerken, interkulturellem Austausch und einer erweiterten Soziabilität zwischen Hunderten von indigenen Völkern. Die Ausstellung mit ihren ca. 400 Exponaten legt einen Schwerpunkt auf die Konzepte von Schöpfung, Gemeinschaft und Zukunftsperspektiven aus der Sicht der Bewohner.
Amazonien ist berühmt und unbekannt zugleich. Auch wenn die ersten Kontakte bereits vor fünf Jahrhunderten entstanden, erscheint es Europäern als ein Ort voller Geheimnisse. Das unscharfe und allzu vereinfachende Bild eines gigantischen Urwalds, bevölkert von „Indianern“, die dort zeitentrückt leben, reduziert diese weite Region in der kollektiven Vorstellung auf eine erstarrte exotische Kulisse, die über die Jahrhunderte durch die Darstellungen Außenstehender geprägt wurde.
Die Ausstellung Amazônia. Indigene Welten hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, diese Region und ihre Einwohner durch die Augen und Standpunkte ihrer ersten Bewohner, der Indigenen, vorzustellen. Es ist ein vielschichtiger, sich immer weiter entwickelnder Ort, an dem sich die sozialen und ökologischen Dynamiken ständig begegnen.
Amazonien ist eine vielschichtige, sich immer weiter entwickelnde Region, in der sich die sozialen und ökologischen Dynamiken ständig begegnen. Das weitläufige Gebiet Amazoniens ist ein lebendiges Ganzes aus dichten Netzwerken, interkulturellem Austausch und einer erweiterten Soziabilität. Das Gebiet erstreckt sich über insgesamt neun Länder hinweg auf einer Fläche, die ganz Europa entspricht. Die Ausstellung Amazônia. Indigene Welten zeichnet dabei ein Bild von Amazonien als Kulturraum mit Hunderten von Völkern, weniger als natürlichen Lebensraum. Hier stehen menschliche und nicht-menschliche Bewohner, verschiedene soziale Schichten und Szenen, Tradition und Modernität sowie die unterschiedlichsten lokalen und globalen politischen Herausforderungen sich einander gegenüber und verflechten sich. Denn bei all dem geht es um die Zukunft des Amazonas-Gebiets und der Lebensgrundlage ihrer Bewohner.
In der Ausstellung spielen indigene Künstler eine wichtige Rolle, wobei ihre Werke in einen lebendigen Dialog mit den Beständen archäologischer Sammlungen treten. Zwischen historischen Sammlungen und aktueller indigener Produktion hinterfragt die Ausstellung den Platz der Ästhetik Amazoniens und deren Weisheit als Wegbereiter für die heutige Welt. Wie die Flüsse Amazoniens über die Ufer treten und die Landschaft verändern, so lädt diese Ausstellung dazu ein, über die (geografischen, sozialen, ontologischen) Grenzen hinauszutreten, die unseren Blick auf Amazonien beschränken, die Komplexität dieser Region zu erfassen und die exotischen Vorstellungen abzubauen.
In Kooperation mit dem Musée du quai Branly – Jacques Chirac, Paris
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Helmut-Kohl-Allee 4 53113 Bonn Weitere Informationen: www.bundeskunsthalle.de
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