NRW-Museen würdigen 2026
berühmte Künstler mit Ausstellungen
Die Museen in Nordrhein-Westfalen würdigen in diesem Jahr zahlreiche
bedeutende Künstlerinnen und Künstler mit teils umfangreichen Ausstellungen.
Unter anderem stehen Günther Uecker, Franz Marc, August Macke, Robert Capa,
Francisco de Goya, Gustave Courbet und Niki de Saint Phalle auf dem Programm
Den Auftakt dieser besonderen Ausstellungen macht am 8. Februar das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen mit der Schau „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“. Die bis zum 14. Juni terminierte Ausstellung ist die erste nach dem Tod des 1930 geborenen Künstlers am 10. Juni 2025 und zugleich die letzte, an der er noch selbst mitgewirkt hat. Man würdige damit „den international bekannten Künstler, der mit seinen ikonischen Nagelbildern und -reliefs Kunstgeschichte schrieb und als prägende Persönlichkeit der Künstlergruppe Zero die Kunst der Nachkriegszeit revolutionierte“, so die Ausstellungsmacher. Insgesamt 45 Werke werden präsentiert. Im Zentrum stehen Arbeiten, die der Verletzlichkeit der Welt gewidmet sind, Ausdruck eines Lebenswerkes, das Frieden, Empathie und menschliche Verantwortung reflektiert, betonte das Museum in der Ankündigung.
Das Kunstmuseum Mülheim/Ruhr präsentiert ebenfalls vom 8. Februar an für ein ganzes Jahr die Ausstellung „Garten der Kunst“ die Werke von Franz Marc, August Macke, Erich Heckel und Alexej von Jawlensky zeigt. Die bis zum 7. Februar 2027 terminierte Schau befaßt sich mit Leben und Werk der vier expressionistischen Künstler. Sie geht aber auch über die künstlerischen Einzeldarstellungen hinaus. Arrangierte Fotografien und historische Möbel in der Ausstellung sorgen für eine stimmige Kulisse für die ausgestellten Werke, so das Museum.
Im Kunstpalast Düsseldorf ist vom 12. März bis zum 9. August die Privatsammlung Scharf Collection zu sehen. Sie zeigt unter anderem Meisterwerke von Monet, Cézanne und Matisse bis hin zu Gegenwartskunst von Daniel Richter und Katharina Grosse.
Eine große Retrosepektive zum Werk des weltberühmten Fotografen Robert Capa (1913-1954) startet ebenfalls am 8. Februar im Fotografie-Forum der Städteregion Aachen in Monschau. Der Fotograf, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Endre Erno Friedmann hieß, machte sich vor allem Kriegsberichterstatter einen Namen. Heute gelten viele seiner Aufnahmen als Ikonen der Fotografie. „Im Zentrum seines Schaffens stand immer der Mensch. Mit seiner außergewöhnlichen Arbeitsweise hat er den Bildjournalismus revolutioniert und Generationen von Fotografinnen und Fotografen geprägt“, betonte die Kuratorin der zunächst nicht terminierten Schau, Nina Mika-Helfmeier. Legendär sind unter anderem Capas Aufnahmen von der Landung der Alliierten am D-Day in der Normandie in Frankreich. Seine Fotos von den Kriegsschauplätzen erschienen in zahlreichen Magazinen und Tageszeitungen auf der Welt. Capas Credo lautete: „Wenn Deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“
„Die Schrecken des Krieges“ lautet der Titel einer Ausstellung im Mittelrhein-Museum Koblenz, die sich dem 1746 in Spanien geborenen Maler Francisco de Goya widmet. Die bis zum 11. Oktober terminierte Schau zeigt Werke, die Goya als Zeitzeuge der grundlegenden Umbrüche durch die Französische Revolution und die napoleonischen Kriege, die besonders Spanien schwer heimsuchten, für die Nachwelt festhielt. „Einen ganz neuen Zugang zum Thema Krieg und dessen Begleiterscheinungen entwickelte er in der Serie Los desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges). Dabei handelt es sich um eine Serie von 82 Aquatinta-Radierungen, die in den Jahren 1810 bis 1814 entstand.
Unter dem Eindruck des eigenen Erlebens schildern sie die Greueltaten der französischen Besatzer im Kampf mit der aufständischen spanischen Bevölkerung. „Keine Verklärung und Heroisierung, wie sie lange üblich war, zeigte Goya damit, sondern vielmehr die Schreckenstaten auf beiden Seiten: Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Leichenberge, verstümmelte Menschen, Not und Elend. Zu Lebzeiten des Malers wurde diese Serie nicht veröffentlicht. Erst lange nach seinem Tod (1828 in Bordeaux) erschien 1863 die erste Auflange dieser Antikriegs-Serie. Die Ausstellung entsteht als Kooperation mit dem Museum Zitadelle Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Das renommierte Folkwang-Museum in Essen zeigt vom 18. Juli an bis zum 8. November eine Retrospektive der Werke des französischen Malers Gustave Courbet (1819-1877). Courbet entwickelte sich im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung zum Hauptvertreter der realistischen Malerei in Frankreich. Damit hatte er auch einen weitgehenden Einfluß auf die Entwicklung der nachfolgenden Malerei in Frankreich und hatte damit einen weitgehenden Einfluß auf die realistischen Maler in Deutschland. Museumsleiter Peter Gorschlüter betonte im Vorfeld der Schau, die Ausstellung „Ich, Gustave Courbet“ zeige, „wie eng Kunst, Politik und kulturelle Identität miteinander verwoben sind.“
Ab dem 10. September präsentiert der Kunstpalast in Düsseldorf eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930-2002), die vor allem durch ihre üppig-farbenfrohen „Nana“- Frauenfiguren bekannt geworden ist. Die Schau mit dem Titel „Dream Machine“ ist bis zum 7. Februar 2027 terminiert und stellt die Künstlerin mit ihren Arbeiten gegen die Diskriminierung von Frauen vor. Niki de Saint Phalle erschuf nach Angaben der Kuratoren „eine neuartige monumentale Inszenierung von Weiblichkeit.“ Der Kunstpalast zeigt ihre berühmten Frauenfiguren, Schießaktionen, Happenings, Skulpturen und Filme bis hin zu Modellen von Großplastiken im Landschaftsraum und rückt die künstlerische Selbstbehauptung der Künstlerin inmitten einer männerdominierten Szene in den Fokus. Vom 12. September bis zum 24. Januar 2027 widmet die Kunstsammlung NRW/K-20 in der NRW-Landeshauptstadt dem Mitbegründer des „Blauen Reiter“ Franz Marc eine umfassende Einzelschau. Seine expressionistischen Werke faszinieren mit leuchtenden Farben und tief berührenden Themen. Besonders die Tierdarstellungen des Malers ziehen die Betrachter in ihren Bann. Sie stehen für Harmonie und eine innige Verbundenheit mit der Natur, so die Ausstellungsmacher. Die zauberhaften Tierdarstellungen spielten eine zentrale Rolle in der Entwicklung der modernen Abstraktion. Zusammen mit Wassily Kandinski gründete Marc (1880-1916) die Redaktionsgemeinschaft „Der Blaue Reiter“ und setzte sich voller Leidenschaft für die moderne Kunst ein. Der Maler starb als Soldat im 1. Weltkrieg in Frankreich.
Das LVR-Landesmuseum Bonn zeigt ab dem 1. Oktober die Ausstellung „Fluchtpunkt Paris“. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs 1918 zog die französische Metropole Kunstschaffende und Intellektuelle aus ganz Europa an. Die bis zum 24. Januar 2027 terminierte Schau widmet sich den drei Fotografinnen Giséle Freund, Rogi André und Madame d'Ora. Alle drei widmeten sich dem pulsierenden Kulturleben der Stadt und hielten es in zahlreichen eindrucksvollen Aufnahmen fest, die laut Museum „zu den Höhepunkten der Fotografiegeschichte“ zählen. Anfang der 1940er Jahre wurde das Fotografinnen-Trio wegen ihrer jüdischen Herkunft zur Flucht gezwungen. Nach Kriegsende kehrten alle drei in die französische Hauptstadt zurück. Ihre Aufnahmen erzählen von Aufbruch, Verfolgung, gesellschaftlichem Engagement und vom Überleben im Exil.
Zum 70. Todestag des Künstlers Lyonel Feininger (1871-1956) schließlich präsentiert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in Kooperation mit der Stiftung Sammlung Ziegler ab dem 6. Dezember eine umfassende Ausstellung zum Werk des Künstlers. Bis zum 29. März 2027 beleuchtet die Schau Feiningers gesamten künstlerischen Werdegang: von seinen frühen Karikaturen und Comics bis zu den meisterhaften kubistisch inspirierten Gemälden des Bauhauses und seinen selten in Deutschland gezeigten Spätwerken aus der Zeit in New York. Zu sehen sind rund 100 Werke – darunter Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken – aus der Sammlung Ziegler sowie bedeutende Leihgaben.
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