Wake up!
Ein außergewöhnlich schönes Bigband-Album
Der Schlagzeuger Mickey Neher, bekannt als Drummer und Leader der Band Mickey´s Monkey Party und Drummer des Spardosen Terzetts, bei dessen Auftritten er zeigt, was man au einer einzigen Snare und einem Solo-Becken alles rausholen kann, hat für „BIG!“ diesmal ganz groß ausgeholt. Mit der illustren Bigband „Bandfire“ unter Stefan Hüfner an seiner Seite und der Unterstützung der kongenialen Arrangeure und Co-Komponisten Stefan Hüfner und James Morgan konnte er sich den Wunsch erfüllen acht eigene Kompositionen für großes Ensemble für eine LP einspielen. Mit erstklassiger Technik mit Mikrophonen von Fitschgetau Recording sorgte Felix Lenniger für einen brillanten Sound und abgemischt von Stefan Hüfner und von Fritz Fey gemastert ist ein ebenso exquisiter wie exklusiver Tonträger in geringer Auflage auf 180 g Vinyl daraus geworden.
Der Opener Colours legt vor, wärmt ein wenig auf, stellt die Bigband mit großen Bläsersätzen und den Drummer als passablen Sänger mit klarer Intonation vor, dessen intelligente Texte im Gegensatz zu vielen zuvor gehörten sogar verständlich beim Hörer ankommen. Der erste Höhepunkt der A-Seite wird aber unbestritten der folgende rein instrumentale Vibra Shuffle mit hinreißenden Soli Werner Neumanns (g), Thomas Käsebergs (ts) und Stefan Hüfners (org). Hier wie auch in allen kommenden Stücken ist „Bandfire“ durchweg ein fantastischer Klangköper und der solide Boden, aus dem die herrlichen musikalischen Blüten schießen, die dieses Album in den packenden Arrangements zu bieten hat. Mickey Neher als Rückgrat am großen Drumset brilliert in seinen Soli und tritt bescheiden zurück, wenn wie in On the Run seine Stargäste das Heft in die Hand nehmen, hier Ryan Carniaux am Kornett und Werner Neumann an der Gitarre. Nehers abschließendes mehrminütiges Schlagzeugsolo ist eine Perle, bevor dieser atemlose Höhenflug in fein austarierte Melodie mit schönen Tutti ausklingt.
Nehers Scat im kraftvoll rhythmischen Opener der B-Seite Moonlight Face in kollegialer Kollaboration mit den Blechbläsern ist ein kleiner Geniestreich, der viel Spaß macht und rhythmisch mit Elementen à la Barry White punktet. Mit Tempo, bestechender Präzision und feinem Sound besticht die Bläser-Sektion auch in Way Home, aus dem Ruven Weithöner im Solo an der Trompete aufsteigt, abgelöst abermals von Käseberg am Tenorsaxophon. Eine piekfeine Nummer mit Schmankerln vom Drumset. It Don´t Work (So geht’s nicht) hat Neher das vorletzte Stück genannt, aber augenzwinkernd muß man sagen, daß es natürlich doch geht! Mit Werner Neumanns Gitarrensolo konnte gar nichts daneben liegen. Die nachdenkliche Schlußnummer Wake Up! (What in the world is going wrong…?) ist mit ihren epischen 8:21 eines der Glanzstücke, mit Stefan Hüfner am Klavier, Nehers intensiver Textinterpretation, Carniaux unter die Haut gehend am Flügelhorn und abermals Werner Neumann mit einem traumhaften Gitarrensolo. Ein außergewöhnlich schönes Album.
Mickey Neher + Bandfire – „BIG!“
© 2026 Timezone Records (LP)
Mickey Neher (dr, voc) – Hubert Barth, Frank Brägelmann (as, ss) – Thomas Käseberg, Heike Jäger (ts) – Tim von Malotki, Julia Sieweke (bs) – Mark Kielmann, Gerd Debring, Ruven Weithöner, Dirk Zbikowski (tp) – Roland Kämmerling (tp, flh) – Ryan Carniaux (corn, flh) – Hansjörg Fink, Gabriele Rosenberg, Manfred Dahlhaus (tb) – Markus Lemmen (btb) – Werner Neumann (g) – Stefan Hüfner (keys, org) – James Morgan (b) – Stefan Hüfner, James Morgan (arr,back voc) – Stefan Hüfner (musical director)
A-Seite: 1. Colours – 2. Vibra Shuffle – 3. Princess of a Fool – 4. On the Run
B-Seite: 5. Moonlight Face – 6. Way Home – 7. It Don't Work – 8. Wake Up!
Gesamtzeit ca. 50 Minuten
Weitere Informationen: https://timezone-records.com/
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