Piano vom Besten

Das Klavierfestival Ruhr 2026 mit vielen Höhepunkten

von Johannes Vesper

Das Podium mit (von rechts) Pierre-Laurent Aimard, Intendantin Katrin Zagrosek, Prof. Tobias Bleek, Götz Erhardt (Co-Moderator Initiativkreis Ruhr), Garrelt Duin (Regionaldirektor 
Regionalverband Ruhr), Gabriela Pantring (Vorstandsvorsitzende NRW.BANK), Giordana Sperling-Doppstadt (Vorstand duisport) - Foto © Christian Palm


Piano vom Besten

Das Klavierfestival Ruhr 2026 mit vielen Höhepunkten
 
Was wird 2026 beim weltweit größten Klavier- Festival Ruhr passieren? Intendantin Katrin Zagrosek stellte das Programm 2026 am 16. Januar im Saalbau Essen vor. Vom 7. Mai bis zum 21. Juli werden 72 Konzerte in 17 Städten zwischen Dinslaken und Hagen, Düsseldorf und Gelsenkirchen stattfinden. 75 Pianisten werden auftreten. Gesponsert vom Regionalverband Ruhr, der NRW Bank und Duisport, soll wieder die Exzellenz und die unglaubliche Vielfalt des Ruhrgebiets gezeigt und der gesellschaftliche Zusammenhalt, den Kultur bietet, gefördert werden.
 
Die Konzerte des Kernfestivals werden ergänzt durch ein kleines Extrafestival: Die Welt des György Kurtág. Der Komponist wird am 19. Februar 100 Jahre alt. Da wird Pierre-Laurent Aimard am 21. Februar um 18:00 und um 19:30 Uhr in intimem Rahmen auf im Saal verteilten Instrumenten Werke von György Kurtág, Franz Schubert Wolfgang Amadeus Mozart, Anton Webern u.a. spielen, während sich das Publikum auf der Bühne durch unterschiedliche Zeiten träumen kann. Aimard sprach bei der Programmvorstellung über die Stücke und spielte einige Miniaturen, z.B. die über die Telefonnummern der Geliebten geschrieben worden waren, und beeindruckte als Erzähler wie als Pianist. Am Sonntag, dem 22. Februar 2026, wird der Pianist zusammen mit Anna Prohaska, der großen Sopranistin und mit Isabelle Faust (Geige) weitere Werke vorstellen, darunter die Beckett-Vertonung „What is the Word?“ und die Kafka- Fragmente. Ein Vortrag des Musikwissenschaftlers Ulrich Mosch sowie ein Bericht von Aimard, der mit dem Komponisten eng befreundet ist, ergänzen dieses exquisite Programm.
 
Das seit 2006 bestehende und entwickelte Education Programm umfaßt inzwischen 18 Schulen zwischen Bochum und Duisburg. Mehr als 1000 Kinder werden hier ganzjährig regelmäßig gefördert. Sie erlernen und erleben Musik in Intimität und Nähe. In einem kurzen Filmausschnitt zeigte Prof. Tobias Bleek, mit welcher Konzentration Kinder auf dem Boden einer Turnhalle liegend Musik erfahren. Aktiv erfahren sie Musik vor allem durch Bewegung und Tanz, was sie bei Auftritten am 29. Und 22. Februar in Bochum, am 19. Mai und am 1. Juli in Duisburg zeigen werden.
 
Bei der Reihe Klavier und Elektronik mischt sich Klaviermusik mit Dance Groove, Minimal Music und Techno. Da werden Synthesizer und Sampler den Klang präparierter Flügel verändern, Klänge getrennt und neu zusammengesetzt, das Ganze an wirklich eindrucksvollen Spielstätten (u.a. Heilig-Kreuz-Kirche Gelsenkirchen).
Ein kleines Festival im Festival wird bei Konzerten im Salzlager der Kokerei Zollverein mit neun Konzerten zwischen dem 13. Juni und 02. Juli 2026 erfolgen. Da finden Rezitale von Mariam Batsashvili und Vadym Kholodenko statt, brasilianischer Jazz und Klavier & Elektronik werden zu hören sein. Sir András Schiff wird Zeit für Bartok haben, außerdem werden Cembali erklingen und das alles bei gastronomisch exquisitem Angebot von Chefs & Butchers aus Essen-Werden und der Stauder-Brauerei.
 

Intendantin Katrin Zagrosek - Foto © Christian Palm

In sieben Konzerten der Reihe Jazz Piano werden hochkarätige Jazzpianisten der Welt präsentiert von u.a. Diana Krall bis Michael Wollny und Herbie Hancock. Sie spielen in der Zeche Zollverein, im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, im Ebertbad in Oberhausen oder auch in der Grugahalle.
 
Hervorragende junge Pianistinnen und Pianisten treten bei Youngsters auf Zollern auf. Jugend im Jugendstil: Bei allen, die hier auftreten kann man eine große Zukunft erwarten. Eric Lu hat 2025 die Goldmedaille beim Internationalen Chopin Wettbewerb in Warschau gewonnen. Der 16-jährige Tsotne Zedginidze stammt aus Tiflis und spielt in der Berliner Philharmonie, unter Simon Rattle oder Francoix Leleux. Konzerte dieser jungen Pianisten sind bewegend und spannend. Insgesamt sind fünf eingeladen. Die Verbindung mit Führungen über das historische Zechengelände führen zu einem kulturellen Erlebnis der Sonderklasse.
 
Besonders hingewiesen wird auf die großen Klavierabende, die beim sich weiter entwickelnden Festival natürlich nicht fehlen: Hélène Grimaud spielt am 16. März in Wuppertal (ihr einziges Konzert in Deutschland 2026) Beethoven, Brahms, Bach.
Zeit für Bartok finden zur Eröffnung am 07. Mai in Dortmund Yulianna Avdeeva und das WDR-Sinfonieorchester mit Bartoks Klavierkonzert Nr. 3 und für Beethoven mit seinem Tripelkonzert arrangiert für Mandoline (Guy Mintus, Jakob Reuven), Klavier und Akkordeon (Omer Meir Welber, auch Dirigent.).
Zum Abschluß spielt Grigory Sokolov ein noch nicht veröffentlichtes Programm am 21. Juli im Anneliese Brost Musikforum Ruhr Bochum.
 
Der Vorverkauf hat begonnen:  https://www.klavierfestival.de
Das Klavier-Festival Ruhr bei Facebook:  http://www.facebook.com/klavierfestival