Drei Geschichten
Aufwachsen in Ostdeutschland –
Uni lädt zum Zuhören und Austauschen ein
Krisenerfahrungen prägen unsere Zeit, gesellschaftliche Polarisierungen sind im Alltag spürbar. Die rauen politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart sind der widersprüchliche Raum, in dem Jugendliche gegenwärtig aufwachsen.
„Die Verbreitung und Normalisierung extrem rechter Positionen hat in den vergangenen Jahren in der deutschen Gesellschaft stark zugenommen. Diese Entwicklung ist im Osten zuerst sichtbar geworden, läßt sich mittlerweile aber auch im Westen nicht mehr von der Hand weisen”, so Stephan Dorf, der den Abend moderiert und aktuell als Mitarbeiter im Bereich Sozialpädagogik an der Bergischen Universität zur Einflußnahme der extremen Rechten auf die Sozialpädagogik/Sozialen Arbeit lehrt.
Die AfD, die im Osten klar extrem rechte Positionen vertritt, ist dort vielerorts die stärkste Partei. Insofern sei „der Osten“ „dem Westen“ voraus, führt Benjamin Bunk die Thematik weiter aus. „Und doch hat ,der Westen‘ kaum eine Ahnung, was ,dort drüben‘ eigentlich passiert – oder schaut mitunter darauf herab.“ Mehr noch: Aktuell werde eine Ost-West-Differenz wieder relevant, die eigentlich überwunden schien, betont Bunk. Der Jugendforscher lehrt zurzeit als Vertretungsprofessor an der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal und organisiert die Veranstaltung „Jugendliches Aufwachsen im Osten“ gemeinsam mit seinen Kollegen.
Um nicht nur übereinander, sondern miteinander zu reden, wollen die Organisatoren Gelegenheit zum Austausch schaffen und drei lokale Geschichten jugendlichen Aufwachsens im Osten erzählen. Annika Schulz, wissenschaftliche Mitarbeiterin: „Im Guten wie im Schlechten, und mit all ihrer wunderbaren Widersprüchlichkeit. Diese Geschichten gehen uns alle an. Wir freuen uns darauf, einander zuzuhören und auf die gemeinsame Diskussion.“
Interessierte sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Das Programm: Beiträge und anschließende Diskussion
- „Rechte Witze, Dorfpartys und empowernde Räume“ – Noa (Studium der Sozialen Arbeit, aufgewachsen irgendwo zwischen Leipzig und Chemnitz)
- „Emanzipatorische Arbeit zwischen Neu Rechter Raumnahme, alten Neonazistrukturen und einer ,neutralen‘ Mitte“ – Tobias Burdukat (Sozialarbeiter & Dozent, lebt in Grimma)
- „Kriminelle Vereinigung oder jugendliches Aufwachsen? Ein anekdotischer Rundgang durch ,Jena Paradies‘“ – Benjamin Bunk (Sozialpädagogik, Jugendforschung & Eine-Welt-Arbeit, lebt in Jena)
Moderation: Stephan Dorf (Sozialpädagogik, lebt in Wuppertal)
Termin: „Jugendliches Aufwachsen im Osten. Geschichten rechter Landnahmen“, Dienstag, 20. Januar 2026, 16 bis 18 Uhr, AStA-Ebene (Gebäude ME, Ebene 04)
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