Trainingsanzug
Trainingsanzug Trainingsanzug
trägt man als Quartett zu viert
Trainingsanzug Trainingsanzug
trägt auch, der die vier trainiert
Trainingsanzug Trainingsanzug
trag ich manchmal ganz verwirrt
Trainingsanzug Trainingsanzug
hab mich wohl im Schrank geirrt
Trainingsanzug Trainingsanzug
mit dir bin ich eng liiert
Trainingsanzug Trainingsanzug
bist zur zweiten Haut mutiert
Trainingsanzug Trainingsanzug
tragen Schafe und der Hirt
Trainingsanzug Trainingsanzug
trägt die Mücke die rumschwirrt
Wer einen Trainingsanzug trägt ist im Grunde noch nicht angezogen. Der Trainingsanzugträger zeigt sich in einem Zustand, der sich noch nicht offenbaren will. Er ahmt nicht nach und weiß noch nicht zu wem er gehören soll. Erst nach dem Auskleiden des Zweiteilers wird klar, daß er lieber Tennis spielt, schwimmt oder sich nach Fußball sehnt. Er kann den Gummizug der Hose dehnen und in sich schauen wie in einen Känguruhsack. Train ist der Anfang von einem Zug und der fährt fort ohne ein Ziel vor Augen. Der Trainingsanzugträger schließt uns aus, die wir schon einen Gürtel tragen und sich mit einem Schlips von oben herab abkanzeln. Er kennt sich nicht aus bei den Kleiderordnungen der Welt. Der Trainingsanzugträger ist noch nicht bereit für ein Rendezvous mit der Eiskunstläuferin. Er ist noch nicht angezogen für das Treffen mit dem Papst. Er hat sich noch nicht entschieden welchen Eindruck er auf seine zukünftigen Schwiegereltern machen will. Wenn Gott einen Trainingsanzug tragen würde hätten wir ihn noch lieber. „Zu Hause trage ich lieber bequeme Sachen“, sagt er, „aber ich bin so selten da.“ Als bei Adidas eingebrochen wurde, schicke Gott drei Streifen. Wenn Bewegungshungrige, die Sport treiben Menschen in einem Trainingsanzug sehen, die keinen Sport treiben, so wirkt das immer provozierend. Manche Menschen die einen Trainingsanzug tragen sehen nicht sportlich aus, sondern sind arm. Bevor Gott die Menschen aus dem Paradies schmiß, trugen sie einen Trainingsanzug. Alles war noch auf der Suche, die Weltlage offen.
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