Auf dem Sprung ins All
Vergangenheit und Zukunft der Raumfahrt
»In diesem Buch finden Sie alles, was Sie zu
unserer Rückkehr auf den Mond wissen müssen.«
Matthias Maurer, ESA-Astronaut
Mit „Armstrongs Erben“ hat Christoph Seidler das zur Zeit vielleicht aktuellste semi-wissenschaftliche Werk über die Geschichte der Eroberung des Alls durch den Menschen geschrieben. Er spannt in seinem höchst informativen, zugleich ausgesprochen kurzweiligen Buch den Bogen vom Sonnenobservatorium von Gosek über die Apollo-Missionen bis zur ISS und den jüngsten Unternehmungen der USA, Chinas, Rußlands und Indiens – denn alle wollen ein halbes Jahrhundert nach der letzten bemannten Landung dort wieder Menschen auf den Mond bringen.
Die größten Anstrengungen dazu unternimmt die Nation, die bisher als einzige diesen Erfolg verbuchen konnte: Mit dem Artemis-Programm haben sich die USA vorgenommen, das noch in diesem Jahrzehnt zu erreichen. Zwischen 1961 und 1972 hatten die USA mit der Apollo-Mission insgesamt 24 Menschen zum Mond, bzw. in dessen Umlaufbahn gebracht, zwölf US-Astronauten betraten auch auf dessen Oberfläche. Am 20. Juli 1969 waren Neil Armstrong und Buzz Aldrin die ersten Menschen, die ihren Fuß auf den Erdtrabanten setzten, zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit auf einem Himmelskörper außerhalb der Erde standen.
Nun soll das wieder geschehen.
Christoph Seidler wartet in seiner Untersuchung mit interessanten Fakten und Zahlen auf, die sonst nicht im Fokus stehen. So erfahren wir, daß mittlerweile bereits mehr als 100 Raumfahrzeuge auf dem Mond gelandet sind und dort beachtliche Mengen an Müll in Form von Stufen der Raumfähren, Fahrzeugen, Gerätschaften, Fahnen, Abfall und menschlichen Exkrementen hinterlassen wurden. Wie schon bei der Eroberung der Erde zerstört die Menschheit ohne Rücksicht das Ursprüngliche, das Unberührte.
Die hauptsächlichen Konkurrenten der USA und ihrer internationalen Partner vor allem in Europa bei dem neuen Anlauf sind die Chinesen, die parallel zu Artemis ein überwiegend geheim gehaltenes Projekt betreiben. Aber auch die Russen wollen erneut mithalten, dazu auch Indien, Japan, Saudi-Arabien und sogar Israel (was bei letzteren wohl aktuell in den Hintergrund gerückt sein dürfte).
Christoph Seidler beschreibt eindringlich den ersten Wettlauf mit all seinen Pannen, Unfällen, Fehlversuchen und Katastrophen, die sogar Menschenleben kosteten. Er erklärt wie man zum Mond kommt (Rakete, Raumschiff, Landefähre), was man für das Leben dort braucht (denn letztlich sollen ja feste Stationen eingerichtet werden), wie es sich dabei politisch und juristisch verhält (wem gehört der Mond?) und was eine solche Reise samt längerem Aufenthalt für die menschliche Physis und Psyche bedeutet. Er richtet den Blick auch auf weitergehende Pläne der internationalen Raumfahrt, auf deren Agenda schließlich auch die Weiterreise zum Mars steht – mit dem Mond als Sprungbrett.
Zwar werden rund 750 Quellen angegeben, leider aber wurde auf einen (Namens-)Index verzichtet. Trotz zu weniger brauchbarer Fotos und des fehlenden Index ist das hervorragend aufgebaute Buch eine Bereicherung für jeden Raumfahrt-Interessierten. Eine empfehlenswerte Lektüre.
Christoph Seidler – „Armstrongs Erben“
Was der neue Kampf der Supermächte um den Mond für uns bedeutet
© 2025 Piper, 336 Seiten, gebunden, Schutzumschlag - ISBN: 978-3-492-07326-4
Preis: 22,- € | 22,70 € [A] | 29,90 SFr
Weitere Informationen: www.piper.de
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