Rothaarig ist mein Sch├Ątzelein

Ein Gedicht von Julius Wolff - illustriert

von Alina Gross

Foto © Alina Gross
 
Rothaarig ist mein Schätzelein

Rothaarig ist mein Schätzelein,
Rothaarig wie ein Fuchs,
Und Zähne hat’s wie Elfenbein
Und Augen wie ein Luchs.
Und Wangen wie ein Rosenblatt
Und Lippen wie ’ne Kirsch’,
Und wenn es ausgeschlafen hat,
So schreitet’s wie ein Hirsch.

Im Köpfchen sitzt ihm ein Kobold,
Ein Grübchen in dem Kinn,
Ein Herzchen hat es klar wie Gold
Und kreuzfidelen Sinn.

Wie Silberglöcklein spricht’s und lacht’s,
Wie eine Lerche singt’s,
Und Tanzen kann’s und Knickse macht’s,
Und wie ein’ Heuschreck’ springt’s.
Und lieben thut’s mich, Zapperlot!
Das weiß, was lieben heißt,
Und küßt es mich, – Schockschwerenot!
Ich denk’ manchmal, es beißt.

Doch weiter kriegt ihr nichts heraus,
Und fragt ihr früh und spat,
Es kratzt mir sonst die Augen aus,
Wenn ich noch mehr verrat’.
 
 
Julius Wolff.