19. Hildener Jazztage

27. Mai 1. Juni 2014

Red.


19. Hildener Jazztage: „The Song Is You“
27. Mai – 1. Juni 2014
 
 
„Die Worte sind wahr: Das Lied bist Du!“
 
Mit dieser Liebeserklärung endet ein Jazz-Klassiker, der durch die Interpretation von Frank Sinatra weltberühmt wurde. "The song is you" lautet auch der Titel der 19. Hildener Jazztage – eine Hommage an das Publikum und zugleich treffender Ausdruck eines höchst erfolgreichen Festivalkonzepts.
„Unser Programm bietet in jedem Jahr musikalische Leckerbissen für diejenigen Jazzliebhaber, die Qualität auch jenseits des Mainstreams zu schätzen wissen", betont Peter Baumgärtner, Mitveranstalter der Hildener Jazztage, und ergänzt: „Als Musiker weiß ich, wie wichtig Leidenschaft, Spielfreude und Virtuosität sind, damit der Funke von der Bühne auf die Zuhörer überspringt. Das gelingt uns in Hilden immer wieder.“
Belegt wird seine Aussage zum Qualitätsanspruch der Jazztage durch die jährlich stattfindenden WDR-Mitschnitte des Festival-Programms. Allein in diesem Jahr nimmt der Westdeutsche Rundfunk fünf Konzerte auf. 
Man kann mit Recht sagen: Seit ihrem Debüt vor beinahe 20 Jahren haben sich die Hildener Jazztage zu einem renommierten Festival in Deutschland entwickelt und die Stadt Hilden wurde zu einer Jazzstadt - mit zahlreichen hochkarätigen Jazz-Veranstaltungen (QQ Jazz, Capio Jazz), Jazz-Workshops in der Sommerakademie und einem Jazz-Club. Angesichts der freundschaftlich offenen und kollegialen Zusammenarbeit zwischen „Sensitive Colours“, den Verantwortlichen aus der Kulturverwaltung der Stadt Hilden, den Sponsoren und der Politik ist der Begriff „Jazzfamilie“ sicher angemessen.
Mittelpunkt und Klammer aller Aktivitäten sind und bleiben die Jazztage. Ob international bekannte Jazzgrößen, Geheimtips, Szene NRW oder Newcomer – die Veranstalter zaubern immer wieder Überraschungen aus dem Hut. In diesem Jahr dürfen sich die Besucher erneut auf Konzerte freuen, die begeisterndes Jazz - Entertainment auf höchstem Niveau versprechen:
 
Das Opening ist am Dienstag, dem 27. Mai, um 20.00 Uhr und findet traditionell im Kunstraum Gewerbepark-Süd an der Hofstraße 64 statt: Dort gastiert das Omer Klein Trio mit dem Jazzpianisten und Komponisten Omer Klein, Haggai Cohen-Milo am Bass und dem Schlagzeuger Amir Bresler. Ob er mit seiner Band im New Yorker Blue Note Club spielt oder in der Carnegie Hall, überall reagieren die Zuhörer euphorisch, und die Medien schwärmen von Kleins Talent. Die New York Times bezeichnete seine Musik gar als „grenzenlos“. Klein wuchs in Israel auf, wo er zu den „faszinierendsten Künstlern zählt, die dieses Land in den letzten Jahren hervorgebracht hat“. (City Mouse, Tel Aviv). Kleins fünftes Album, „To the unknown“, erschien dieses Jahr weltweit.
Dieses Konzert ist ein Sonderkonzert. Eintritt 18.- Euro oder ein Festivalpaß. (kein Button)
 
Am Mittwoch, dem 28. Mai treten ab 20 Uhr zwei Formationen im Jugend- und Kulturzentrum Area 51 an der Furtwänglerstraße 2b auf. Das Kasia Bortnik Trio (Kasia Bortnik: Vocals, Adam Pieronczyk: Saxophon, Joachim Mencel: Piano) interpretiert die Musik des Filmkomponisten Krzystof Komeda, der u.a. die Filmmusik für Polanskis „Rosemary´s Baby” schrieb. „Die Spannung bei Komeda liegt darin, daß diese große Sympathie für die Avantgarde von einem Musiker gezeigt wird, der in Wirklichkeit zu Lyrik und Romantik tendiert”, schrieb der polnische Kritiker Adam Slawinski. Vielleicht war es dieser Widerspruch, der Komedas Kompositionen seine besondere Handschrift gab.
 
Den zweiten Teil des Abends gestaltet die New Yorker Pianistin und Sängerin Gloria Cooper mit ihrem German Quintet. Das besondere an Gloria Coopers Auftritten ist die swingende Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der es ihr gelingt, die Bandbreite des "Great American Songbook" glaubhaft zu interpretieren. Sie benutzt ihre Virtuosität nie als Selbstzweck, sondern immer als Mittel, die poetischen Aussagen der Songs authentisch mit Tiefe zu gestalten. Im Zusammenwirken mit Heiner Wiberny am Saxophon, Klaus Osterloh an der Trompete, dem Bassisten Jochen Schaal und dem Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr entführt sie ihr Publikum in die reiche musikalische Welt ihrer Stadt am Hudson.
Dieses Konzert wird vom WDR 3 aufgezeichnet.

 
Am Donnerstag, dem 29. Mai um 15.00 Uhr tritt im wunderschönen Park des „Wohnstift Haus Horst“ an der Horster Allee 12 das Jugend Jazz Orchester NRW (JJO) auf – die Wegbereiter für gezielte Jugendförderung im deutschen Jazz. (Nordrhein-Westfalen war das erste Bundesland, das mit Unterstützung seines damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau im Jahr 1975 ein Landesjugendjazzorchester einrichtete und förderte.) Viele ehemalige Mitglieder dieses Landesensembles spielen heute in etablierten Orchestern, darunter in den Big Bands des Westdeutschen und des Norddeutschen Rundfunks. Als Repräsentant des Landes NRW gab das JJO bereits Konzerte auf der ganzen Welt, u.a. in Afrika, Nord- u. Südamerika, in der Karibik, in Australien, Neuseeland und Indien. 2013 erhielt das Orchester den WDR Jazz Preis.


Milt Jackson Project - Matthias Strucken
 
Um etwa 17.00 Uhr heißt es dann: „A Tribute to Milt Jackson”. Vibraphonist Matthias Strucken und sein Quartett ehren mit diesem Projekt ihr musikalisches Idol, den legendären Jazz-Vibraphonisten Milt Jackson, der als Mitbegründer des Modern Jazz Quartets (MJQ) berühmt wurde. Struckens Erinnerungsarbeit legt den Schwerpunkt auf die Musik, die Milt Jackson von den siebziger Jahren bis in die neunziger Jahre mit Künstlern wie Oscar Peterson, Monty Alexander oder Ray Brown gespielt und veröffentlicht hat: soulige, bluesige und zum Teil funkige Stücke mit Raum für Improvisationen. Gemeinsam mit dem Pianisten Martin Sasse, dem Bassisten Matthias Nowak und dem Schlagwerker Leif Battermann bringt Strucken diese Musik, die bei vielen Jazzfans in den Plattenschränken steht, wieder auf die Bühne.
 
Um 19.30 Uhr gastiert in der Gottschalksmühle, Mühle 64, die Sängerin Elisabeth Lohninger mit Phishbacher, einem Trio um den Pianisten Walter Fischbacher. Die Wahl-New Yorkerin präsentiert ein Set emotionsgeladener Lieder. Ihre neuen Tracks „Hold On“, eine Ode an das Durchhaltevermögen, und “In the Beginning”, gewidmet all jenen, die durch die Höhen und Tiefen einer langjährigen Beziehung gehen, werden mit solidem Groove und Coolness verphishbachert. Mit dabei sind der Bassist Goran Vujic sowie der Drummer Ulf Stricker.


Elisabeth Lohninger
 
Am Freitag, dem 30. Mai, spielen bei QQ TEC (Forststraße 73) ab 19.00 Uhr zwei Bands:
Die erste Formation, die des Posaunisten Andreas Schickentanz, steht für kammermusikalischen Jazz. Jazz ist für Schickentanz nicht nur ein Umschlagplatz seiner kompositorischen Aktivitäten, sondern eine Begegnung mit wunderbaren Musikern, die ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Kreativität in ihre Arbeit einfließen lassen. Die hochkarätige Besetzung mit dem Saxofonisten Matthias Nadolny, dem Gitarristen Johannes Behr und dem Bassisten Matthias Nowak verspricht allerhöchsten Hörgenuß.


Schickentanz - v.l.: Johannes Behr, Matthias Nadolny, Matthias Novak, Andreas Schickentanz

Frei und weit wie der Blick auf den Horizont und über allem Weltlichen schwebt die Musik des Jazz-Gitarristen, Komponisten und Produzenten Frank Sichmann. Ob sich diese Musik nun Jazz oder Country nennt, ob sie auf den großen Bühnen dieser Welt oder in stiller Einsamkeit entsteht, ist bedeutungslos -
es geht nur um die Musik an sich. Die Essenz dieser Suche nach dem Ton, dem Klang, der Melodie hat Frank Sichmann in wunderbare Kompositionen und feinsinnige Arrangements eingebettet, die sich abwechslungsreich und spannend hören lassen. Begleitet wird er von Stefan Rademacher und Harald Ingenhag.
Beide Acts werden vom WDR 3 mitgeschnitten.
 
Um 22.30 Uhr präsentiert der Gitarrist Axel Fischbacher im Blue Note (Hotel am Stadtpark) seine Jam Band THE ELECTRIC DOG ALLSTARS. In der Tradition von Musikern wie Medeski, Martin & Woods werden zahlreiche Komponenten der Musik spontan auf der Bühne erfunden.
"Sofortkomponieren" ganzer Passagen gehören zur Spielweise der Band ebenso wie tanzbare Grooves und das das offene, risikofreudige „Spielen mit Stücken“. Es trumpfen auf: Jürgen Dahmen (ep), Claus Fischer (eb) und Steve Grant (dr).
 
Am Samstag, dem 31. Mai heißt es ab 19.30 Uhr in der Stadthalle, Fritz-Gressard-Platz 1: Willkommen zur „International Jazznight“. Der erste Act Camila Meza - Sängerin, Gitarristin, Komponistin und Arrangeurin – gilt in New York als Geheimtip.
2009 zog Camila mit Hilfe eines Stipendiums aus ihrer Heimatstadt Santiago de Chile nach New York. Dort fand ihre Kunst schnell Anerkennung. Mittlerweile spielt sie in New Yorks besten Jazz Clubs. Tief in der Jazztradition verwurzelt, beeinflußt durch die Volkstraditionen ihres Heimatkontinents und mit einem sensiblen Ohr für zeitgenössische Trends ausgestattet, hat Camila einen Weg gefunden, alle ihre Identitäten in ihrer Musik zum Ausdruck zu bringen. So singt sie auf Englisch, Portugiesisch und in ihrer Muttersprache. Ihr Repertoire umfaßt sowohl eigene Kompositionen und Songs, Interpretationen amerikanischer und lateinamerikanischer Standards als auch Adaptionen populärer Musik. Als eine ebenso begnadete Sängerin wie Gitarristin, fühlt sie sich „zutiefst mit beiden Instrumenten verbunden“. Mit ihr spielen: Shai Maestro am Piano, Jorge Roeder am Bass und Kendrick Scott am Schlagzeug.
 
Der zweite Act beginnt um etwa 21.15 Uhr: Percussionlegende Trilok Gurtu präsentiert mit seinem Quartett eine Hommage an den großen Jazztrompeter und seinen Mentor, dem 1995 verstorbenen Don Cherry. Er war es, der in der ersten Hälfte der 70er Jahre den damals noch jungen, frisch aus seiner Heimat Indien nach Europa gereisten Percussionisten dazu ermunterte, seiner Vision einer intuitiven, gleichermaßen weltoffenen wie der Welt zugewandten Musik zu folgen und diese zu verwirklichen. Für Gurtu bedeutet Jazz eine Haltung, die es ihm ermöglicht, Gattungsgrenzen zu überwinden und die – auch emotionale – Quintessenz seiner Musik herauszuarbeiten: Jazz als universelle Sprache, die aller verschiedener Dialekte zum Trotz überall auf der Welt verstanden und gesprochen wird. Mit seiner Band gräbt er sich in die Geschichte der swingenden Musik der USA und spielt Stücke von stilbildenden Trompetern, die längst im Kanon des Jazz zu finden sind. Trilok Gurtu (perc/voc), Frederik Köster, (trp)
Jesse Milliner, (p,keyb) , Jonathan Ihlenfeld Cuniado (b).
 
Um ca. 22.30 Uhr grooved es dann im Foyer: Der funkige Gitarrist und Sänger Torsten Goods präsentiert sein Pogramm "Love Comes To Town”. Ist er ein virtuoser Gitarrist, „der so flink wie George Benson in die Gitarrensaiten greifen kann“ (Die Welt), ein Sänger und Entertainer ganz in der Tradition der berühmten Crooner wie Harry Connick Jr. oder ein begnadeter Songwriter? Finden Sie’s heraus.
Jan Miserre (keyb), Christian von Kaphengst (b) sowie Jost Nickel (dr).
 
Sonntag, 01. Juni 2014, ab 14.00 Uhr: Das heißt Capio Jazz im Park der Capioklinik (Hagelkreuzstraße 37) und das im fünften Jahr. Das Thomas Siffling Trio spielt eine Mischung aus akustischem und elektronischem Jazz mit kammermusikalischen Anklängen. Stücke wie z.B Leonard Cohens „Halleluja“ oder Sifflings „Reflective“ glänzen durch eine wunderbare Melodieführung, Transparenz und Tiefgang. Diese Songs, die durch die ungewöhnliche Besetzung - Kontrabass, Schlagzeug/Percussion, Trompete - eine ganz eigene Klangwelt erzeugen, lassen den Hörer erkennen, wie vielseitig und variabel Musik ohne Akkordinstrument klingen kann. Durch den gezielten Einsatz von Elektronik wird diese Klangwelt noch verstärkt und erhält zudem einen „zeitgemäßen“ und „jugendlichen“ Touch. Thomas Siffling (trp,flgh,electronics,), Jens Loh (b, electronics), Markus Faller (dr/perc).
 
Um ca. 15.30 Uhr präsentiert der aus einer Sintifamilie stammende Organist Jermaine Landsberger seine Band „Hammond Eggs Trio feat. Bob Mintzer“. Mit ungeraden Taktarten, sich überlappenden Rhythmen und der Begegnung von Jazz-Improvisationen mit der rhythmischen Intensität des Rock und der Hitze des Funk holt Jermaine den legendären Sound der Hammond-B3-Gitarren-Besetzung in den Jazz der Gegenwart. Special Guest ist der amerikanische Saxofonstar Bob Mintzer (geb. 1953) , einer der gefragtesten US Jazzmusiker, der u.a. als Mitglied der Yellowjackets bekannt geworden ist und mit Größen wie Art Blakey, Steely Dan, Jaco Pastorius u.a. gespielt und aufgenommen hat. Bob Mintzer (sax), Jermaine Landsberger (org), Paulo Morello (guit), Christoph Huber (dr).

Christiane Hagedorn (Rose Hip)
 
Um etwa 17.00 Uhr tritt „Rose Hip“, die Formation um die Sängerin Christiane Hagedorn auf:
Sie präsentieren die Songs ihrer neuen CD "Appetite": bittersüße Geschichten aus der Feder ihrer Sängerin, genauer: aus dem Fundus ihrer Erlebnisse und Phantasien, vorgetragen von einer Stimme, die zwischen rauchiger Tiefe und glasklarer Höhe changiert. Der Zuhörer kann die Augen schließen und sich gedanklich in einen New Yorker Jazzclub beamen...und plötzlich Reggae- und Balkan-Klänge, die wild und fröhlich daherkommen....
Christiane Hagedorn (voc, comp, lyrik), Alex Morsey (b, sous, arr), Christian Hammer (guit), Martin Scholz (org, mel, cor), Christian Schoenefeldt (dr, perc)
 
 
Den krönenden Abschluß der Hildener Jazztage bildet das Konzert im Wilhelm-Fabry-Museum (Benrather Straße 32a) um 18.45 Uhr mit dem Motto Emotion, Faszination, Innovation. Das Duo Thomas Hanz (guit) und Jörg Siebenhaar (akk), findet unter dem Titel „Loro“ eine feine Balance zwischen Tango Nuevo, südamerikanischer Folklore, Flamenco, eigenen Kompositionen und Improvisationskunst.
 
Informationen:             
 
Kontakte: Jörg Schwarz - Tel. 0211/ 30 57 73 - 0172/ 721 38 34 - schwarz20@aol.com
 
Sensitive Colours Peter Baumgärtner - 0049 177 341 63 81 - 0049 203 759 93 54 - p.baumgaertner@sensitive-colours.de
 
Preise:
- Button 15.- Euro
 Der Button gilt für alle Veranstaltungen außer dem Openingkonzert am 27.Mai (Omer 
 Klein) und der
- International Jazznight. Er ist nicht im Vorverkauf erhältlich.
- Sonderkonzert Omer Klein Trio- 27.Mai- Kunstraum Gewerbepark-Süd 20,00 EURO 
  incl. VVKG
- International Jazznacht: 30,00 Euro incl. VVKG
- Festivalpaß: 40,00 incl. VVKG (beinhaltet alle Veranstaltungen)
 
Eintrittskarten:
- Ticket-Zentrale, Hilden/Mettmann, Nove-Mesto-Platz 3 (in der Stadtbücherei), 40721 Hilden - Tel.02103/973747
   Markt 17 (neben dem Café am Markt), 40822 Mettmann - Telefon 02104 / 92 92 92
-  Westticket: 0211-27 4000 www.westticket.de
 
Alle Fotos: Veranstalter - Redaktion: Frank Becker