„Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“
Museum Folkwang zeigt 100 Werke des französischen Realisten
Museum Folkwang zeigt 100 Werke
von Gustave Courbet
aus allen Phasen seines Schaffens
„Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“ heißt die Ausstellung über den französischen Maler des Realismus, die seit Freitag im Essener Museum Folkwang gezeigt wird. Die bis zum 8. November angesetzte Schau zeigt insgesamt 100 Werke Courbets (1819-1877), der als einer der prägendsten Künstler des 19. Jahrhunderts gilt. Die gezeigten Exponate - darunter 85 Gemälde - stammen aus allen Schaffensphasen von Courbet. Ergänzt wird die Schau durch Zeichnungen des Künstlers sowie eine konzentrierte Auswahl an historischen Fotografien und Zeitdokumenten.
Courbet gilt als Wegbereiter der modernen Malerei. Er war nicht nur ein künstlerischer Erneuerer, sondern prägte auch ein neues Selbstverständnis des Künstlers als unabhängige, streitbare und öffentliche Persönlichkeit. Er wandte sich gegen die idealisierte Ästhetik seiner Zeit und thematisierte stattdessen das Leben einfacher Menschen und die soziale Wirklichkeit in seiner Kunst. Malerei war für ihn „eine Form des Widerstands“. Durch seinen Umgang mit traditionellen Bildgattungen und einer Maltechnik, die Farbe häufig in ihrer materiellen Präsenz sichtbar macht, wurde er zu einem der wichtigsten Vertreter des Realismus und – weit über Frankreich hinaus – zum Vorbild nachfolgender Künstlergenerationen.
Auf rund 900 Quadratmetern versammelt die Ausstellung Leihgaben aus internationalen Museen wie dem Musée d’Orsay (Paris), dem Metropolitan Museum of Art (New York), dem Nasjonalmuseet (Oslo), dem Nationalmuseum (Stockholm), der Alten Nationalgalerie (Berlin) oder dem Musée Fabre (Montpellier) sowie aus zahlreichen Privatsammlungen. Die Schau führt in neun Kapiteln durch Courbets Leben und Werk und verbindet biografische Stationen mit den zentralen Themen seines künstlerischen Schaffens – vom Selbstbildnis über Landschaften, sozialen Realismus und Akt bis hin zu Fotografie, Politik und Exil.
In seinen zahlreichen Selbstportraits inszenierte sich der Maler als Rebell, Träumer oder Einzelgänger und formte damit bewußt sein Bild als Künstler in der Öffentlichkeit. Ein weiterer Schwerpunkt gilt den Landschaften seiner Heimatregion Franche-Comté rund um seinen Geburtsort Ornans. Die Landschaften, Felsformationen, Grotten oder Wasserfälle werden zum Ausgangspunkt seiner neuen Naturauffassung. Ein eigener Saal widmet sich den Frauenbildnissen und Akten. Courbet löste sich von den Idealen akademischer Schönheit und stellte Frauen mit einer bis dahin ungewohnten Direktheit dar.
Anschließend beleuchtet die Ausstellung Courbets politisches Engagement während der Pariser Kommune und seine Verurteilung. Den Abschluß bilden Werke aus dem Schweizer Exil. Sie erzählen von Heimatverlust und der Melancholie seiner letzten Lebensjahre, zugleich aber von der ungebrochenen Schaffenskraft eines Künstlers, dessen Einfluß bis weit in die Moderne reicht. „Die Ausstellung zeigt uns Courbet als Getriebenen, der unterschiedliche Rollen annimmt, der die Malereigeschichte studiert, die Kunst erneuert und nach Erfolg strebt – nicht indem er sich anpaßt, sondern als Rebell und Revolutionär – in der Kunst wie im Leben“, betont der Direktor des Museums Folkwang, Peter Gorschlüter. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Leopold Museum in Wien und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs, samstags und sonntags von 10 - 18 Uhr sowie donnerstags und freitags von 10 - 20 Uhr geöffnet.
Museum Folkwang
Museumsplatz 1 - 45128 Essen - Tel.: 0201 - 8845000
Internet: www.museum-folkwang.de
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