Apollo-Variete als "Palast des Okkulten"

Mentalmagier Jan Becker verbl├╝fft als Gedankenleser

von Andreas Rehnolt
Apollo-Variete als
"Palast des Okkulten"
 
Mentalmagier Jan Becker verblüfft als Gedankenleser
 
Düsseldorf - Mit der Premiere des neuesten Programms verwandelt sich das Apollo-Variete in Düsseldorf für zweieinhalb Stunden zum "Palast des Okkulten". Im vollbesetzten Haus am Düsseldorfer Rheinufer gabs am Donnerstagabend reichlich Applaus für die magisch-mystische Mental-Revue, die von Moderator Jan Becker gekonnt  - wenngleich zu Anfang etwas zu pathetisch - präsentiert wurde. Der Mentalmagier mit seiner ruhigen Stimme glänzte immer dann, wenn er Zuschauer auf die Bühne bat. Mal erriet er ihre Lieblingsfarben, mal wußte er die Pin-Nummer und die Kreditkartenfirma, mal das Tierkreiszeichen oder auch den Vornamen der ersten "großen Liebe" einer Dame aus dem Publikum.
 
Herrlich anzusehen auch Markus Lenzen als Zauberer, der Einstecktücher farblich - im wahrsten Sinn des Wortes - im Handumdrehen anders färbt, den Seiltrick mal mit, mal ohne Knoten formvollendet präsentiert oder auch aus der hohlen Hand - passend zu den frostigen Außentemperaturen - ein wahres Schneegestöber aus Papierfetzen rieseln läßt. Da blieb manch einem im Publikum der Mund vor Staunen offen stehen. Ebenso wie bei Andrey Romanovsky, einem ewig langen, schlacksig-schlanken Mann im roten Anzug, der eine seltene und nur von Männern ausgeübte Form der Kontorsion vorführte. Er geht dabei nur im Spagat über die Bühne, scheint keine Knochen zu haben und beugt sich so weit nach vorne oder hinten, daß man als Zuschauer die Augen verdreht.
 
Wenn er dann in einem schlanken, rund drei Meter hohen Schornstein nach seinem verlorenen Zylinder "taucht" und unten aus einer kleinen Klappe wieder herausrollt, dann faßt man sich als leicht übergewichtiger Berichterstatter an den eigenen Bauch und weiß, daß man selbst seinen Körper nie wie der Artist auf zugleich anmutige und komische Weise wird verbiegen können. Auch die bildhübsche Sarah Schwarz mit ihrem Tanz auf dem Drahtseil ist hinreißend. Und wenn der brasilianische Sänger Edson Cordeiro seine Stimme über sage und schreibe vier Oktaven ertönen läßt, dann glaubt man als Zuhörer bei geschlossenen Augen, man habe bei den extrem hohen Passagen der Lieder eine Sängerin auf der Bühne. Wunderschön das Lied "Der Wind hat mir ein Lied erzählt ...." Bis Ende Februar ist im Apollo-Variete der "Palast des Okkulten" zu erleben. Karten gibts im Internet unter "www.apollo-variete.com".