Das Violinkonzert Franz Hofmanns mit Daniel Gaede

Velbert präsentiert am 6.2. die Erstaufführung in NRW mit den Nürnberger Symphonikern

von Anja Franzel

Erstaufführung in NRW

Der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert (KVBV) präsentiert am 06.02.2009 um 20.00 Uhr im Forum Niederberg die Nürnberger Symphoniker mit ihrem Solisten Daniel Gaede.
 
Das Violinkonzert Franz Hofmanns (1920 – 1945) wird nach über 50 Jahren erstmals in Nordrhein-Westfalen zu Gehör gebracht.
 
Das Programm, welches das renommierte Orchester in Velbert präsentieren wird, umfaßt: Richard Wagner: Ouvertüre zu „Die Meistersinger v. Nürnberg“, Franz Hofmann: Violinkonzert (EA), Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur Opus 73.
 
Der Solist des Violinkonzerts Prof. Daniel Gaede begann bereits mit sechs Jahren Violine zu spielen. Den Weg in die Konzertsäle der Welt ebneten ihm zahlreiche Preise bei hochdotierten Wettbewerben, darunter der Berliner Joseph-Joachim-Wettbewerb, der Londoner Carl-Flesch-Wettbewerb sowie der New Yorker „Artist International Competition", der 1992 zum Carnegie-Hall-Debüt des Geigers führte. Er arbeitete u.a. mit den Dirigenten Riccardo Muti, Richard Hickox und Michael Tilson Thomas zusammen. Seither hat Daniel Gaede in nahezu allen Musikmetropolen konzertiert. Er war Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, ist heute an der Musikhochschule Nürnberg Professor für Violine und gibt Meisterkurse auf der ganzen Welt.
 
Der Dirigent Christian Simonis war Wiener Sängerknabe und studierte dann an der Musikhochschule und am Konservatorium seiner Geburtsstadt Wien Schlagzeug, Fagott, Gesang sowie Dirigieren bei Hans Swarowsky, der seinen Schüler als „eine wienerische Urbegabung“ bezeichnete. Simonis war 1985 Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Bad Reichenhall und seit 1990 Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters, wo er 2000 zum Generalmusikdirektor avancierte.
Er ist Träger des Mozart-Interpretationspreises des Bundesministeriums für Kunst der Republik Österreich und des Kunstpreises des Landes Niedersachsen. Im Juli 2005 übernahm er die Stelle des Chefdirigenten der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie.
 
Die Biografie des Franz Hofmann (1920 – 1945) ist mit Sicherheit einer Hommage würdig. Sie dokumentiert die unerschütterliche Liebe zur Musik: Der außergewöhnliche Mensch und Komponist Franz Hofmann erhielt seinen ersten Klavierunterricht von seiner Tante Grete Wittig in Nürnberg und wurde schon während seiner Schulzeit Student am Städtischen Konservatorium in Nürnberg. Neben dem Musizieren begann er eine kompositorische Laufbahn im Alter von 14 Jahren und selbst als er im September 1944 als Gefreiter an die Ostfront geschickt wurde, komponierte er im Schützengraben unter ständiger Lebensgefahr weiter.
 
Er schrieb am 29. Februar 1945 aus Wien an seine Frau Sophie Hagemann: Ach Fraule, ich möchte Dir so gern statt dieses dummen Zeugs schreiben, daß Du kommen sollst, daß wir sehr bald heiraten wollen, daß wir hier ein Heim gründen u. glücklich miteinander sein wollen. Da sich die furchtbar gescheite u. fortschrittliche Menschheit des 20. Jhrh. nicht verträgt u. die Eroberungen im Reiche der Technik nur dazu gemacht worden zu sein scheinen, um Kultur u. Menschen auszurotten, können wir 2 an sich glückliche Menschen unseren Traum noch nicht verwirklichen…“
Das erste seiner Werke, welches öffentlich uraufgeführt wurde, war die „Sonate für Violine und Klavier in f-moll“ am 9. Februar 1942. Der Fränkische Kurier schrieb: „Das technisch schwierige Werk trägt großlinige, klangsatte Melodien und wechselt aus romantisch gefühlsbetonter Verbundenheit in rhythmisch stark geprägte Temperamentausbrüche [...] In diesem und den folgenden Jahren bis 1945 kam es regelmäßig zu neuen Uraufführungen seiner Kompositionen, die aber nach dem Krieg und dem Tod des Komponisten in Vergessenheit gerieten. Erst in den letzten Jahren kam es wieder vermehrt zu Aufführungen von Hofmanns Werken, so zum Beispiel die Uraufführung seiner „Serenade für Violine, Viola und Cello“ (Streichtrio) am 13. Dezember 2006 in der Hochschule für Musik in Nürnberg, die mit sehr großer Resonanz erfolgte Uraufführung des Streichquartetts Nr. 2 cis-moll bei der Eröffnungswoche des Kultur- und Veranstaltungsbetriebes Velbert durch das Streichquartett „Le Musiche“ im Forum Niederberg am 23. August 2008 und natürlich die bevorstehende Erstaufführung seines Violinkonzerte am 06. Februar 2009 durch die Nürnberger Symphoniker in Velbert.
Franz Hofmann entwickelte einen ganz eigenen, spätromantischen Stil im Anklang an Pfitzner und Strauss. Eine melodiöse Musik, die so gar nicht dem Zeitgeist entsprach.
Er schreibt dazu am 05. November 1945 aus Posen: „Ach Fraule, es kracht und pfeift um uns u. so klein sitzt man in seinem Loch! Sogar die berüchtigte Stalinorgel haben wir gegenüber liegen. Alles andere als schön! Trotzdem – es klingt wie ein Hohn – gedeiht die „kleineSonate“ für Dich u. klingt so gar nicht nach Krieg, im Gegenteil – sie träumt von einer schönen Zeit“
Ein Dokument nicht nur der verschiedenen Begegnungsweisen des Menschen mit Unmenschlichem, sondern auch ein Beleg dafür, welche Kraft man aus der Kunst, aus der Musik schöpfen kann.
 
Karten:
Die Karten kosten im Vorverkauf 14,40 € bzw. 19,20 € zzgl. Gebühren und an der Abendkasse 18,- € bzw. 23,- € und können erworben werden beim WAZ-Ticketshop, Friedrichstr. 160 in Velbert-Mitte und der VMG Tourist-Info, Kurze Str. 2 in Velbert-Mitte – außerdem in allen Servicebüros der Stadt Velbert.
Eine Reservierung ist möglich unter 02051 26 5828- 1. Hier können Sie auch das Programm anfordern.