Glšnzendes Mozart-Programm

Frederieke Saeijs, Dana Zemtsov und die Bergischen Symphoniker

von Daniel Diekhans

Leidenschaftlicher Gesang von Violine und Viola
 
Bergische Symphoniker und Gäste glänzten mit Mozart-Programm
 
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):
Symphonie Nr. 1 Es-Dur
Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur
Symphonie Nr. 39 Es-Dur
 
Frederieke Saeijs (Violine) - Dana Zemtsov (Viola) - Bergische Symphoniker, Leitung Peter Kuhn
 
Mozarts Musik bleibt ewig jung. Allein deswegen verhieß das Mozart-Programm der Bergischen Symphoniker einen kurzweiligen Abend. Die Spielfreude der Musiker machte ihn zum puren Vergnügen. Bei der 1. Symphonie begegnete dem Hörer das experimentierfreudige Wunderkind, bei der Symphonie Nr. 39 der vollendet reife Komponist. Das Sahnehäubchen war die „Sinfonia concertante“, bei der die Solistinnen Frederieke Saeijs (Violine) und Dana Zemtsov (Viola) beeindruckten.
 
Zwischen Symphonie und Konzert angesiedelt, lebt die „Sinfonia concertante“ vom Kontrast raffinierter Orchesterklänge und Soli. Mit vollen Akkordschlägen setzten die Symphoniker ein und überließen dann dem Geigenduo das Feld, das eine schwelgerische Kantilene anstimmte. Ihrer Guarnieri von 1725 entlockte Saeijs perfekt ausgeführte Läufe. Strahlend wie ihr Lächeln waren die virtuosen Figuren von Zemtsov. So wie sich die Solistinnen abwechselten, ergab sich auch zwischen den Violinen und Bratschen des Orchesters ein spannender Dialog, der von den Bläserstimmen weitergeführt wurde. Nacheinander stellten Geige und Bratsche das getragene Thema des Mittelteils vor. Dichtes Ensemblespiel mündete in einem Duo, bei dem Saeijs & Zemtsov ihre Instrumente leidenschaftlich singen ließen. Von dieser Wehmut war im Finale nichts mehr zu spüren. Dessen Thema führte die Solistinnen bis in höchste Lagen, während die Symphoniker sie in rasanten Triolen begleiteten.


Frederieke Saijs - Foto ©Sussie Ahlberg

Die Symphonie, die Mozart im zarten Alter von acht Jahren schrieb, waren Generalmusikdirektor Peter Kuhn einige Anmerkungen wert. Sonst ein „gefälliges Stück“, steche der 2. Satz deutlich heraus –als „Protokoll der Angst“. Es war die Angst des Kindes um seinen Vater Leopold. Mozarts Schwester hat das einschneidende Erlebnis festgehalten: „In London, wo unser Vater bis zum Tode krank lag, durften wir kein Klavier berühren. Um sich also zu beschäftigen, komponierte Mozart seine erste Symphonie mit allen Instrumenten – vornehmlich mit Trompeten und Pauken.“ Dirigent Kuhn sorgte dafür, daß alle Teile des Werks glänzten. Der Kopfsatz beeindruckte durch das subtile Wechselspiel von Laut und Leise. Es folgte ein von den Streichern in Töne übersetztes Herzklopfen, kombiniert mit Motiven des Zitterns und Zagens. Selbst beim schnellen Schluß ließen sich dynamische Wechsel als Zeichen von innerer Unruhe deuten.
 

Dana Zemtsov - Foto © Marije van den Berg

Während den Komponisten nach eigener Auskunft „oft schwarze Gedanken“ quälten, blieben seine drei letzten Symphonien davon unberührt. Der Nr. 39 verliehen Kuhn und sein Orchester denn auch eine unbeschwerte Grundstimmung. Zu Beginn schritt es im Rhythmus der Pauken feierlich einher. Im „Andante con moto“ war Raum für kammermusikalische Feinheiten. So kurz das „Menuett“ war, so aufregend war es auch. Kuhn wiegte sich selber im Dreivierteltakt, und diesen Schwung nahmen die Musiker gekonnt auf – bis hin zum Klarinettensolo von Marlies Klumpenaar. Die Krönung war das „Allegro“ mit seinem treibenden, eingängigen Thema.
 
Nächstes Konzert der Bergischen Symphoniker:
„Großes Kino“ heißt das 6. Philharmonische Konzert am 13. März. Auf dem Programm stehen Werke von Ernst von Dohnányi, Erich Wolfgang Korngold und Alexander von Zemlnsky. Solist ist der Pianist Joseph Moog. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Teo Otto Theater. Katherina Knees hält um 18.45 Uhr einen Einführungsvortrag. Tickets gibt es ab 24 Euro, Jugendtickets für 6,50 Euro. Kartentelefon: 02191-16 26 50.
 
Daniel Diekhans
 
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