Picasso-Sammler Gert Huizinga

von Andreas Rehnolt

Gert Huizinga - Foto: Picasso-Museum Münster
Der Picasso-Sammler Gert Huizinga
ist im Alter von 91 Jahren gestorben
 
Münster - Der westfälische Picasso-Sammler Gert Huizinga ist tot. Er starb nach Angaben des Picasso-Museums Münster vom Samstag bereits am vergangenen Wochenende im Alter von 91 Jahren in Münster. Huizinga erwarb zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren weit über 700 Grafiken des weltberühmten spanischen Künstlers Pablo Picasso (1881-1973). Die Sammlung von Huizinga gilt damit als die weltweit vollständigste Lithografie-Kollektion von Picasso und ist seit dem Jahr 2000 im Kunstmuseum Pablo Picasso in der westfälischen Metropole zu Hause und wird in wechselnden Präsentationen ausgestellt.
 
Huizinga studierte an der Landeskunstschule in Hamburg. Nach seiner künstlerischen Ausbildung ließ er sich als Werbegrafiker in seinem Heimatort Lengerich nieder und erwarb Anfang der 1950er-Jahre seinen ersten Picasso, einen Linolschnitt. Huizingas Bekanntschaft mit Picassos einstiger Lebensgefährtin Marie-Thérèse Walter führte dazu, daß er sich auf das Sammeln von Picasso-Lithografien konzentrierte. Durch die Begegnung und spätere Freundschaft mit Picassos Drucker Fernand Mourlot konnte der Sammler in den 1970er-Jahren weitere Werke, insbesondere sehr seltene Zustandsdrucke, für seine Sammlung kaufen.
 
Mit dem beständigen Wachsen der Sammlung reifte bei Huizinga und seiner Ehefrau Jutta der Gedanke, sich von ihrem Kunstschatz zu trennen, um ihn einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So brachten sie im Mai 1997 die Sammlung in eine neu gegründete Stiftung ein. Weitere Stifter waren die Sparkassen in Westfalen-Lippe, die inzwischen vom Markt verschwundene Westdeutsche Landesbank und die Westfälischen Provinzial-Versicherungen. Die Stiftung ist Trägerin des im Jahr 2000 eröffneten Picasso-Museums in Münster. Huizinga war bis zuletzt Mitglied im Stiftungskuratorium.