La├čt uns froh und munter sein

Christmas Jazz 2016 mit Les Searle und den Meisterswingers

von Frank Becker

Les Searle, Paul G. Ulrich, Alexandra Naumann, Johannes Behr - Foto © Frank Becker

Laßt uns froh und munter sein
 
Es geht nicht ohne:
Christmas Jazz 2016 mit Les Searle und den Meisterswingers
 
Zum 9. Mal lockten Les Searle‘s Meisterswingers am vergangenen dritten Advents-Sonntag ins Remscheider Teo Otto Theater – und sie hatten

Johannes Behr - Foto © Frank Becker
wieder ausverkauftes Haus und wie stets  ein Füllhorn feinster Melodien im Gepäck. Die nicht nur hervorragende und gut gelaunte, sondern überdies auch noch äußerst sympathische Jazz-Formation mit Altmeister Les Searle am Steinway-Flügel, der gut gelaunten Sängerin Alexandra Naumann (diesmal im Kleinen Schwarzen), Paul G. Ulrich swingend und singend (!) am Kontrabaß, Marcel Wasserfuhr bewährt souverän am Schlagzeug und dem brillanten Hardbop-Gitarristen Johannes Behr servierte in bester Tradition ein zweieinhalbstündiges Programm Jazz und Weihnachtslieder in ausgewogener Mischung und delikat jazzigen Arrangements aus der Feder von Les Searle.

In dulci jubilo


Das aus dem 14. Jahrhundert stammende „In dulci jubilo“ bewies gleich als erstes Stück: Jazz geht mit allem – und stimmte auf einen abwechslungsreichen Abend mit herrlicher Musik und erlesenen Soli ein. Gitarre und Baß spielten sich im folgenden Standard „Santa Claus Is Coming To Town“ elegant den Ball zu, und „From This Moment On“ brachte zum ersten Mal die Stimme von Alexandra Naumann, der hier und bei all ihren folgenden Einsätzen das Vergnügen am Konzert anzusehen und anzuhören war. Harold Arlens A Sleepin´ Bee“, George Gershwins „I Loves You Porgy“, Bronisław Kapers „On Green Dolphin Street“ mit pfeffrigem Scat, die beiden Latins „The Gentle Rain“ und „Mas

Marcel Wasserfuhr - Foto © Frank Becker
que nada“ von Jorge Ben sowie Anton Reidingers Tiroler Weihnachtlied „Es wird scho glei dumpa“ sind nur einige der Titel, die sie mit ihrer Altstimme adelte.

Santa Claus Is Coming To Town

Als Sänger präsentierten sich aber auch Les Searle im Victor Young Song „Street of Dreams“ und KontrabassistPaul G. Ulrich, der im von Les Searle arrangierten „Wouldn´t it be loverly?“ aus „My Fair Lady“ intensiv scattete. Natürlich gabe es auch Searle-Kompositionen wie das traumhafte „Little Janie“, das einst sogar Kurt Edelhagen übernommen hat und in dem jetzt Paul G. Ulrich den Baß gefühlvoll strich und „Looking Foreward“, mit großen Features aller Solisten und einem gelungenen Ausritt von Marcel Wasserfuhr an den Drums. Mit viel Spaß agierte der zurückhaltende, wenngleich brillante Johannes Behr u.a. in „The Lonesome Road“ mit augenzwinkernd zitierten Akkorden aus „Santa Claus Is Coming To Town“ und u.v.a. in „The Gentle Rain“, „God Rest Ye Merry Gentlemen“ und „Laßt uns froh und munter sein“. Daß mitunter das Gefühl aufkam, Stephane Grappelli sei mit im Spiel, lag nicht etwa daran, daß eine Violine Gast war – das war Paul G. Ulrich, der seinen Kontrabaß so swingend strich.

Paul G. Ulrich - Foto © Frank Becker

Geschneit hat es an diesem Advents-Sonntag nicht, aber „Let It Snow“ und „White Christmas“ verschafften immerhin die Illusion.Wieder konnte man konstatieren: Advent ohne Christmas Jazz mit Les Searle‘s Meisterswingers geht nicht. Freuen wir uns also schon jetzt auf das Jubiläumskonzert 2017!

Wer Les Serle´s Meisterswingers mit ihrem Programm „Christmas Jazz 2016“ jetzt verpaßt hat, kann sie vor Weihnachten noch zweimal erleben:

am 16.12.2016, 19.00 Uhr im Bürgerhaus Am Hammer 10, 42799 Leichlingen
am 18.12.2016, 16.00 Uhr Bürgerzentrum Wermelskirchen (Foyer), Telegrafenstraße 29-33, 42929 Wermelskirchen
 
Dort kann man auch die drei lohnenswerten CDs der Meisterswingers bekommen, darunter u.a.
„Christmas Again“ mit 12 Titeln, die man wie die anderen beiden
We Just Like To Play
und

Cat In The Corner
auch für 10,- € unter searle@web.de bestellen kann.