Mein Traum

Ein Gedicht von Franz Grillparzer - illustriert

von Klaus Ender

Foto © Klaus Ender

 

Mein Traum
 
Jüngst lag ich dort auf jenen grünen Matten,
die um der Donau Beet sich lachend ziehn,
in einer Linde gastlich kühlem Schatten
und starrte in die weite Schöpfung hin.

Da warf ich auf zum Himmel meine Hände,
ob sich denn nimmermehr mein Unstern wende,
und fluchte dem Geschick und seufzte tief,
bis matt mein Aug sich schloß, und ich entschlief.

Da fand ich mich in eine öde Wüste
hinabgeschleudert im verworrnen Traum,
die nie das Licht mit warmem Strahle küßte,
Soweit das Auge reicht, kein Strauch, kein Baum!
...
 
 
Franz Grillparzer