Zu Dagoberts 65. Geburtstag

Ein Gl├╝ckwunsch

von Andreas Rehnolt

© Disney
Dagobert Duck wird 65 Jahre
 
Der reichste Erpel der Welt gilt als Fantastilliardär.
Er erblickte als Scrooge McDuck
ausgerechnet in einer Weihnachtsgeschichte
nach Charles Dickens das Licht der Comicwelt
 
 
Entenhausen - Gegen Dagobert Duck, den reichsten Erpel der Comicwelt, besitzen die drei derzeit real existierenden reichsten Männer der Welt, Carlos Slim Helu, Bill Gates oder Warren Buffett nur „Peanuts“. Dagobert Duck aus der Comicmetropole Entenhausen gilt als Fantastilliardär. Im Dezember feiert der reiche Erpel seinen 65. Geburtstag. Wie es sich für den alten Knauser gehört, wird er sich vermutlich entweder bei seinem finanziell eher klammen Neffen Donald oder aber bei Oma Duck zum Geburtstags-Essen einladen. Eine eigene Feier, noch dazu auf eigene Kosten, steht eher nicht ins Haus.

„Wenn's nur erst vorbei wäre. Weihnachten liegt mir nicht. Ich kann niemand leiden und mich kann

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auch niemand leiden.“ Mit diesem Bekenntnis trat Dagobert Duck im Dezember 1947 erstmals in der Comicwelt in Erscheinung. Sein Schöpfer Carl Barks ließ ihn als übellaunigen Onkel im Bärenkostüm seine Neffen Donald und Tick, Trick und Track in der Geschichte „Christmas on Bear Mountain“ (Die Mutprobe) erschrecken. Inspiriert zur Figur des reichen und geizigen Dagobert wurde Barks von der Figur des Ebenezer Scrooge in der Weihnachtserzählung von Charles Dickens.
Und um seinen Geiz noch zusätzlich zu betonen, wurde die sprichwörtliche schottische Sparsamkeit gleich mitberücksichtigt, indem Scrooge im amerikanischen Original mit Nachnamen nicht nur Duck, sondern - typisch schottisch - McDuck heißt. Seit 65 Jahren durchstreift er inzwischen die große weite Welt und macht weder vor dem Weltall, noch vor Wüsten, Gebirgen oder Meeren halt, um seine Reichtümer zu vermehren und sie dann in seinem gigantischen Geldspeicher anzuhäufen, in dem er regelmäßig sein beliebtes „Taler-Bad“ zu nehmen pflegt und darin planscht wie ein ausgelassener Erpel es in freier Natur auch tut oder um ihn selbst zu zitieren: „Es ist mir ein Hochgenuß, wie ein Seehund hineinzuspringen und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu

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schmeißen“,
daß es mir auf die Glatze prasselt“.
 
Sei sechseinhalb Jahrzehnten ist sein Erscheinungsbild gleich. Dagobert Duck hat einen Backenbart, trägt einen Zwicker auf dem Schnabel, einen Zylinder auf dem Kopf und einen Gehstock. Gekleidet ist er für gewöhnlich mit einem roten Gehrock und Gamaschen. Den Namen Dagobert Duck kreierte übrigens die langjährige Übersetzerin Dr. Erika Fuchs (1906-2005) übrigens in Anlehnung an den Merowinger- König Dagobert I. Der schrullige, im Grunde seines Herzens aber auch liebenswerte Duck kennt und liebt jeden einzelnen Taler seines gigantischen Vermögens, das in Fantastilliarden gemessen wird und das er bis zum letzten Kreuzer auswendig kennt.
Dagoberts besondere Leidenschaft gilt - wie sollte es anders sein - dem Geldverdienen und dem Sparen. Seine Fürsorge gilt vor allem seinem ersten selbstverdienten Zehner, seinem „Glückszehner“, den er sorgsam unter einer Glasglocke bewahrt und der für ihn Grundstock seines Vermögens und Voraussetzung für sein magisches Geschick in Gelddingen gilt. „Um sein Vermögen unwesentlich zu vermehren“ unternimmt der sparsame Dagobert mit Donald und den drei kleinen Neffen Tick, Trick und Track gerne ausgedehnte Weltreisen, in die größten Metropolen und entlegensten Winkel der Erde. Dort überstehen sie immer jede Menge Abenteuer und kommen in der Regel mit einem neuen riesigen Schatz nach Entenhausen zurück.
Überhaupt ist der altersaktive Erpel ein Paradebeispiel für reiselustige Senioren der Generation 60

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plus. Zu seinen Tugenden zählen Sparsamkeit, Ehrgeiz, Ehrlichkeit und harte Arbeit, wobei Ehrlichkeit nicht immer ganz zutrifft oder auch schon mal als bis zur Grenze der Legalität zu verstehen ist. Angesichts von selbst leichten Rückschlägen neigt der rüstige Jubilar schon mal zu Anfällen von theatralischem Selbstmitleid, das im Aufsuchen seines
Sorgenzimmers" gipfelt, wo er tränen- und wortreich seinen baldigen Ruin zu beklagen pflegt, auch wenn er tatsächlich nur eine extrem geringe Investition zu tätigen hat. Und die Pumpversuche seines Neffen Donald gehen ihm ebenso gegen den Strich wie jegliche Wohltätigkeit oder Schnorrerei.
 
Schlaflose Nächte bereiten ihm auch seine Gegenspieler. Sie heißen McMoneysac und Klaas Klever, die ihm seit Jahrzehnten im Millionärsclub immer wieder den Ruf als reichstem Mann der Welt streitig zu machen versuchen. Und da sind auch die schurkischen Panzerknacker, die immer wieder Tricks und Schlichen erdenken, um in Dagoberts Geldspeicher einzudringen. Und schließlich ist da auch noch die Hexe Gundel Gaukeley, die mit ebensolcher Penetranz versucht, in den Besitz seines Glückszehners zu gelangen. Doch der Jubilar hat bislang - nicht zuletzt wegen seiner Intelligenz und

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Entschlossenheit - noch alle Angriffe erfolgreich abgewehrt.
Im Berliner Ehapa-Verlag ist zum Geburtstag jetzt unter anderem ein Sonderheft von Micky-Maus erschienen. Das informiert von A (wie Aktie) bis Z (wie Zinsen) über alles, was man über Geld wissen muß. Darin verrät Dagoberts Neffe Donald auch, daß ein Milliardär 50 Jahre lang jeden Tag 54.794 Euro ausgeben kann, bevor sein Vermögen alle ist. So weit läßt es Dagobert sicher nicht kommen. Und dennoch. Wenn es hart auf hart kommt, hat selbst der Entenhausener Krösus ein weiches Herz. Dann läßt er nichts unversucht, seinen Mitmenschen in Entenhausen und natürlich seiner Familie unter die Arme zu greifen.

Herzlichen Grückwunsch, Dagobert!

 
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Weitere Informationen: www.ehapa-comic-collection.de
 
 Redaktion: Frank Becker