Cora am Meer

Ein Gedicht von Heinrich Beitzke - illustriert

von Klaus Ender

Foto © Klaus Ender

Cora am Meer
 
Sie steht an meinem heimathlichen Strand
Und schaut ins brausende Getös' der Wogen,
Da wo ich schon als Knab' so gerne stand,
Wenn ich der Schule ernstem Zwang entflogen,
Ja, wo mich auch das Jünglingsalter fand,
Als ich aus jenem Kriegesstreit gezogen.
Dort schlafen an dem Strand in Meeresschäumen
So viel Gedanken und so buntes Träumen.

O liebe Wogen, thut ihr nichts zu Leid',
Wenn sie den zarten Fuß setzt ans Gestade;
Du böser Meergott, sei nicht so voll Neid,
Führ' sie nicht mit die feuchten Wasserpfade.
Und wenn sie dann Dir ganz enthüllt sich beut,
In die kristall'ne Flut sich taucht im Bade,
So schaukle sie mit sanftem Wogenarme,
Doch hörst Du, thu' der Lieben nichts zum Harme.
 
 
Heinrich Beitzke